Sonntag, 22. November 2009

Politik



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03.11.2007
 

Haiti

Dutzende Blauhelmsoldaten wegen sexuellen Missbrauchs abberufen

Sie sollen Minderjährige für Sex bezahlt haben - jetzt zieht die Uno insgesamt 114 srilankische Blauhelmsoldaten von ihrem Einsatz in Haiti ab. Unter den Beschuldigten sind auch drei Offiziere.

New York - Wegen eines Skandals um sexuellen Missbrauch hat die Uno Dutzende srilankische Blauhelmsoldaten von ihrem Einsatz in Haiti abberufen. Insgesamt würden heute 111 Soldaten und drei Offiziere nach Hause geschickt, teilte ein Sprecher der Uno-Abteilung für Friedensmissionen in New York mit.

Die Soldaten der Uno-Mission in Haiti hatten Frauen, darunter Minderjährige, für Sex bezahlt, wie Uno-Sprecherin Michèle Montas erklärte. Die Uno verfolgt nach wiederholten derartigen Fällen eine Null-Toleranz-Politik.

Die Entscheidung, die Beschuldigten nach Hause zu schicken, war demnach auf Grundlage eines vorläufigen Uno-Untersuchungsberichts gefallen, an dem auch die srilankischen Behörden beteiligt waren. Sri Lanka habe dazu ein Team von hochrangigen Ermittlern, darunter eine Frau, in den karibischen Inselstaat geschickt, hieß es weiter.

"Die Vereinten Nationen und Sri Lanka bedauern jedwede sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zutiefst, die vorgekommen sind trotz ihrer Bemühungen, die höchsten Standards für Benehmen und Disziplin zu gewährleisten", hieß es in der Uno-Erklärung. Zugleich bekräftigten sie ihre Unterstützung der Null-Toleranz-Politik bei Missbrauchsvorwürfen gegen Uno-Soldaten.

In der Vergangenheit waren Soldaten der Uno-Friedenstruppen in ähnliche Fälle verwickelt gewesen, vor allem in der Elfenbeinküste, in der Demokratischen Republik Kongo und in Liberia. Im Juli hatte die Uno nach Vorwürfen des Kindesmissbrauchs ein marokkanisches Blauhelm-Kontingent in der Elfenbeinküste außer Dienst gestellt. Seit 2005 gehen die Vereinten Nationen hart gegen den sexuellen Missbrauch durch Blauhelmsoldaten und zivile Uno-Beschäftigte vor, nachdem ihr vorgeworfen wurde, das Problem lange vernachlässigt zu haben. Beschuldigte Soldaten werden in ihr Heimatland zurückbeordert und dort bestraft.

Die Uno-Stabilisierungsmission in Haiti hatte Mitte 2004 ihre Arbeit aufgenommen, um das verarmte Land nach jahrzehntelanger Gewalt zu befrieden. Die etwa 7000 Soldaten und 1800 Polizisten der Uno-Truppe stehen unter dem Kommando Brasiliens. Dem srilankischen Kontingent in Haiti gehören insgesamt 950 Soldaten an.

anr/AFP

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