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05.11.2007
 

Geheimdienst-Erkenntnisse

Al-Qaida rekrutiert britische Minderjährige für Terroranschläge

Sie sind jung und leicht zu beeinflussen: Kinder und Jugendliche sind dem britischen Geheimdienst zufolge im Visier von al-Qaida. Die Terrororganisation will demnach Minderjährige als Helfer für Anschläge gewinnen.

London - Der britische Geheimdienst MI5 ist besorgt und spricht von einer gezielten Strategie: Das Terrornetzwerk al-Qaida zieht sich nach Angaben von MI5-Chef Jonathan Evans Kinder und Jugendliche für Anschläge in Großbritannien heran. "Während ich hier spreche, ziehen Terroristen systematisch und bewusst junge Menschen und Kinder in diesem Land in ihren Bann," sagte Evans heute vor Zeitungs-Chefredakteuren in Manchester.

"Sie radikalisieren junge, leicht zu beeinflussende Menschen, indoktrinieren sie und bereiten sie darauf vor, Terrorakte zu verüben", sagte Evans bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit seiner Amtsübernahme im April. Er wies darauf hin, dass in diesem Jahr schon 15- und 16-Jährige in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen seien.

Al-Qaida und seinen Terror bezeichnete Evans als die "unmittelbarste und schwerste Bedrohung in Zeiten des Frieden", der sich der britische Geheimdienst seit seiner Gründung vor 98 Jahren stellen müsse.

Innerhalb eines Jahres sei die Zahl der Terrorverdächtigen in Großbritannien von 1600 auf 2000 gestiegen - mit einer ebenso hohen Dunkelziffer. Bei vielen dieser Aktivitäten handele es sich nicht um "die nebulösen Pläne von irgendwelchen Splittergruppen", sagte der Spionage-Chef. Vielmehr würden sie von al-Qaida als Teil ihrer "gezielten Kampagne gegen Großbritannien" koordiniert. Besorgniserregend sei dabei, dass die Attacken nicht mehr in den Qaida-Hochburgen in den pakistanischen Stammesgebieten geplant würden, sondern zunehmend in Großbritannien selbst. Man rechne damit, dass potenzielle Attentäter in ähnlich großer Zahl noch unbekannt seien.

Die bislang schwersten Anschläge muslimischer Terroristen erlebte Großbritannien am 7. Juli 2005, als vier Selbstmordattentäter mit Rucksackbomben in Londoner U-Bahnen und in einem Bus 52 Menschen mit sich in den Tod rissen.

hen/AFP/dpa

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