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USA-Besuch Bushs moderate Töne für Merkel

2. Teil: Klimaschutz: Merkel stößt auf taube Ohren

Zum Klimaschutz stößt Merkel hingegen auf weitgehend taube Ohren. Sie versucht es: In ihren Ausführungen spricht sie über Klimapolitik beinahe am längsten, erwähnt ausführlich die bevorstehende Bali-Konferenz der Vereinten Nationen - und ihre Hoffnung, dort trotz bestehender Differenzen mit den Amerikanern gemeinsam eine Agenda festlegen zu können. So wichtig sind ihr diese Aspekte, dass sie sogar die englische Übersetzung mit einem energischen Kopfnicken begleitet.

Doch Bush lässt sie höflich auflaufen - ähnlich wie es schon in dieser Woche dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy widerfuhr, als der bei seinem zweitägigen Washington-Besuch den Klimawandel zu einem Schwerpunkt seiner Rede machte. Statt Gedanken zu Emissionsgrenzen sind vom US-Präsidenten nur allgemeine Bemerkungen über die Bedeutung technologischer Innovationen zu hören.

Auch zu den deutschen Ambitionen auf einen ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat will sich Bush partout nicht festlegen. Außer einer klaren Unterstützung für Japan gibt er dazu eine völlig offene Antwort, wie er vergnügt einräumt. Freilich: "Angela" hätte interessante Ideen zur Uno-Reform mitgebracht, die müsse man sich mal anschauen.

Durchhecheln der restlichen Weltprobleme

Der Rest der Weltprobleme wird von den beiden eher durchgehechelt. Doha, Kosovo, Libanon kommen jeweils nur in ein paar Sätzen vor. Oder genauer: Sie werden an die Seite gedrängt. Die Krise in Pakistan - durch den kurzzeitigen Hausarrest von Benazir Bhutto wieder neu eskaliert - hält die amerikanischen Reporter weit mehr in Atem als jeder Gedanke an die deutsch-amerikanische Partnerschaft. Alle Fragen, die sie stellen dürfen, drehen sich um General Musharraf und die Lage in Pakistan. Bush bleibt in seinen Antworten weitgehend seiner Linie treu, die jüngsten Vorfälle in Islamabad zu kritisieren - Musharraf aber weiterhin als einen Verbündeten im Kampf gegen den Terrorismus darzustellen.

Welches Resümee kann die deutsche Delegation also ziehen? Die Kanzlerin hat Bush natürlich nicht zur Taube im Iran-Konflikt bekehren können. Doch dessen moderate Bemerkungen setzten sich positiv ab von der zuletzt martialischen Rhetorik in Washington. Einen besonders engen Schulterschluss mit Bush - der ihr innenpolitisch schaden könnte - musste Merkel dafür gar nicht zeigen. Sie schien sogar innige Herzlichkeit bewusst zu vermeiden.

Dabei versucht es Bush durchaus: Er setzt etwa zu einem langen Vortrag über Freiheit, Demokratie und die Bereitschaft von Führern wie General Musharraf an, den Kampf gegen tödliche Terroristen aufzunehmen - und wendet sich dann direkt an die Kanzlerin: "Ich habe solche Eigenschaften auch in dieser Führerin gefunden." Doch die reagiert ausweichend. Sie verzieht überrascht das Gesicht, als sage sie innerlich "Wow", lacht kurz, und beeilt sich, dem nächsten Reporter die Frage zu erteilen.

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