Caracas - Hugo Chávez ist sichtlich verärgert. In einem Interview mit dem venezolanischen Staatsfernsehen hat Venezuelas Präsident jetzt angekündigt, die politischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu Spanien "eingehend zu überprüfen". Spanische Firmen in seinem Land müssten ihre Geschäfte offenlegen. "Ich werde sie mir anschauen", sagte Chávez.
Was Chávez offensichtlich seit Tagen nervt, ist ein Zwischenfall auf dem Iberoamerika-Gipfel in Chile am Wochenende. Heute forderte Chávez bereits eine Entschuldigung von Spaniens König Juan Carlos, weil dieser ihn bei dem Treffen mit den Worten "Warum hältst du nicht den Mund?" angefahren hatte.
Zwar waren die Mikrofone der beiden Staatsmänner abgeschaltet, aber Kameras, die das Treffen aufzeichneten, übertrugen die rüde Attacke des spanischen Königs. Chávez war für einige Minuten sprachlos. Inzwischen aber spricht Chávez wieder - und äußert dabei klare Forderungen - wie etwa auch die nach der Entschuldigung von Juan Carlos: "Er sollte sagen... 'Ich, der König, gebe zu, dass ich mich daneben benommen und einen Fehler begangen habe'", Chávez.
Die Äußerung des Königs war eine Reaktion auf Chávez' Versuch, eine Rede des spanischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero zu unterbrechen. Zapatero hatte Chavez dafür kritisiert, dass der linke Politiker tags zuvor den konservativen spanischen Ex-Regierungschef Jose Maria Aznar als Faschisten beschimpft hatte.
Bereits wenige Stunden nach dem Vorfall am Wochenende wies Chávez die Verbalattacke des spanischen Königs zurück - und warf ihm vor, sich wie ein Kolonialherr aufzuführen. "Der König mag König sein, aber er kann mich nicht zum Schweigen bringen", sagte Chávez laut einem Bericht in der Online-Ausgabe der spanischen Tageszeitung "El País". "Der, der hier schlecht aussieht, ist derjenige, der die Kontrolle verloren hat, der uns befohlen hat, den Mund zu halten, als ob wir immer noch Untertanen im 17. oder 18. Jahrhundert wären."
Chávez hat schon in der Vergangenheit bei Gipfeltreffen mit Beleidigungen auf sich aufmerksam gemacht. Im vergangenen Jahr bezeichnete er am Rande der Uno-Vollversammlung US-Präsident George W. Bush als "Teufel".
hen/Reuters/AP
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