Moskau - Gegen Stortschak werde möglicherweise wegen krimineller Vergehen ermittelt, teilte das Finanzministerium mit. Was dem Vize-Minister genau vorgeworfen wird, ist noch unklar. Derzeit liege dem Ministerium keine Erklärung der Strafverfolger über die näheren Umstände vor. Ein Sprecher sagte, man hoffe auf "objektive Ermittlungen".
Laut der Nachrichtenagentur ITAR-TASS haben Beamte des Inlandsgeheimdienstes FSB heute auch das Büro des Politikers durchsucht.
Der Vize-Finanzminister ist einer der wichtigsten russischen Beamten in den internationalen Finanzbeziehungen. Er ist verantwortlich für die Schuldenpolitik Russlands. Ihm untersteht ein Stabilisierungsfonds im Volumen von 148 Milliarden Dollar.
Stortschak war maßgeblich mit der Rückzahlung von Auslandsschulden in Milliardenhöhen aus der Zeit der Sowjetunion betraut. Er hatte unter anderem die Rückzahlung russischer Schulden an die internationalen Geldgeber im "Pariser Club" verhandelt, die 2006 abgeschlossen worden waren.
Aus dem Kreise von Finanzminister Alexej Kudrin hieß es, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Verhaftung mit einer Kampagne gegen Stortschaks mächtigen Chef im Vorfeld der Parlamentswahl vom Dezember im Zusammenhang stehe.
Präsident Wladimir Putin hatte Kudrin jüngst in den Rang des stellvertretenden Ministerpräsidenten gehoben. Stortschak hatte im November 2005 den Posten des Vize-Finanzministers übernommen.
esp/Reuters/AFP
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