Washington - Die Kritik aus Washington gegen die Justiz im Reich des engen Verbündeten am Golf kam in ungewöhnlicher Schärfe. Das Urteil gegen die 19-jährige Saudiaraberin sei "absolut verwerflich", sagte die scheidende US-Präsidentenberaterin Fran Townsend dem Sender CNN. "Ich glaube nicht, dass es dafür eine Erklärung oder eine Rechtfertigung gibt."
Zugleich würdigte Townsend aber den Beitrag Saudi-Arabiens bei der Bekämpfung des Terrorismus. "Der Vergewaltigungsfall hat damit nichts zu tun", sagte sie. Die Beraterin von US-Präsident George W. Bush hatte am Vortag ihr baldiges Ausscheiden aus dem Amt angekündigt.
Townsends Kritik bezog sich auf die Entscheidung eines saudiarabischen Gerichts, das Opfer einer Gruppenvergewaltigung zu 200 Peitschenhieben und sechs Monaten Gefängnis zu verurteilen. Die Frau musste nach Ansicht des Gerichts bestraft werden, weil sie sich mit Männern getroffen hatte, die nicht verwandt mit ihr sind.
Solche Begegnungen sind saudiarabischen Frauen verboten. Bei diesem Treffen kam es zu der Vergewaltigung durch sechs Männer in einem Auto. Die Täter wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt.
asc/AFP
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