Manila - Rund 50 rebellierende Soldaten und Militärpolizisten haben sich in der philippinischen Hauptstadt Manila in einem Hotel verschanzt und verlangen den Rücktritt von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo.
Die Regierung geht hart gegen die Meuterer vor:
Sie brachen Medienberichten zufolge den Haupteingang des Luxus-Hotels auf und feuerten Tränengas in die Eingangshalle. In dem Hotel der philippinischen Hauptstadt sitzen Augenzeugen zufolge rund 200 Gäste fest.
Mit Gasmasken ausgerüstete Sondereinsatzkräfte waren zuvor vor dem Hotel im Börsenviertel der philippinischen Hauptstadt aufmarschiert, nachdem ein Ultimatum der Polizei an die Soldaten verstrichen war.
Beobachter vor Ort berichteten, vor dem Gebäude seien Schüsse zu hören. Ein Augenzeuge hatte zuvor erklärt, die Soldaten hätten vor Ablauf des Ultimatums rund 200 Gäste des Hotels am Verlassen des Gebäudes gehindert.
Präsidentin Arroyo rief das Kabinett zu einer Krisensitzung zusammen. Die Präsidentengarde, die für den Schutz des Präsidentenpalastes zuständig ist, wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Verteidigungsminister Gilbert Teodoro erklärte, er habe die Festnahme der Offiziere angeordnet.
Die Soldaten hatten sich Stunden zuvor in dem Hotel verschanzt. Sie wollen den Rücktritt von Staatspräsidentin Gloria Macapagal Arroyo erzwingen. Gut 30 Soldaten waren am Morgen aus einem Gerichtssaal gestürmt, in dem sich einige von ihnen wegen Beteiligung an einem gescheiterten Umsturzversuch 2003 verantworten mussten. Sie marschierten aus dem Gerichtsgebäude und in den Finanzdistrikt. Begleitet wurden sie von mehr als einem Dutzend bewaffneter Militärpolizisten, die die Männer eigentlich bewachen sollten.
"Die Leute haben genug", sagte einer der Anführer, der sich wegen Beteiligung an den Coup-Versuch verantworten muss. Er wurde trotz seiner Anklage im Mai in den Senat gewählt. "Wir rufen die Menschen auf, sich uns anzuschließen." Einer seiner Mitstreiter, General Danilo Lim, verlas eine Erklärung, in der die Gruppe Arroyo ihre Unterstützung entzieht. Die Regierung kämpft seit Monaten gegen Korruptionsvorwürfe. Nach den letzten Wahlen hielten sich hartnäckige Vorwürfe eines Wahlbetrugs, die aber nie nachgewiesen wurden.
anr/Reuters/dpa/AP
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