Von Friederike Freiburg und Björn Hengst
Bei den Republikanern entschieden zwei Wählergruppen den Caucus: Frauen und konservative Christen. Der einstige Baptistenprediger Mike Huckabee gewann die Vorwahlen vor allem durch deren Unterstützung. 40 Prozent der republikanischen Wählerinnen gaben dem Ex-Gouverneur von Arkansas laut der repräsentativen CNN-Umfrage ihre Stimme. Äußerungen, Frauen sollten sich ihren Männern unterordnen, haben ihm offenbar nicht geschadet. Huckabees stärkster Konkurrent, Mitt Romney, bekam nur 24 Prozent der Frauenstimmen.
Und auch bei der traditionell republikanischen Klientel, gläubigen Christen und Konservativen, hängte Huckabee den CNN-Angaben zufolge seinen Mitbewerber ab. Fast 90 Prozent der republikanischen Wähler bezeichnen sich als "sehr konservativ" oder "konservativ". In beiden Kategorien stimmte mehr als ein Drittel für Huckabee. 60 Prozent gaben an, evangelikale Christen zu sein. Von dieser Gruppe wählten Huckabee 46 Prozent. Die religiöse Überzeugung des Kandidaten hielten zwei Drittel der Wähler für wichtig - und auch hier siegte Huckabee über den Mormonen Romney. Eine bestimmte Altersgruppe, die Huckabee unterstützt, lässt sich nicht ausmachen: Selbst die Jüngsten (17 bis 29 Jahre) ziehen ihn mit 40 Prozent den übrigen Bewerbern vor.
Huckabee bescheinigen laut CNN 33 Prozent der 1600 Befragten Glaubwürdigkeit und dass er sagt, was er denkt - diese Qualität findet ein Drittel der Republikaner ausschlaggebend. 44 Prozent glauben, er teile ihre Werte - diese Eigenschaft ist sogar fast der Hälfte aller Befragten wichtig.
Politische Erfahrung und Erfolgschancen in den Präsidentschaftswahlen werden mehrheitlich Mitt Romney zugeschrieben - doch nur 14 beziehungsweise 7 Prozent halten dies für wichtig.
Wer besonders große Wut auf die Regierung Bush empfindet, hat sich der Analyse zufolge für Ron Paul entschieden - der allerdings mit nur zehn Prozent der Stimmen weit abgeschlagen auf dem fünften Platz landete. Außerdem sind nur fünf Prozent der Befragten wütend. Die restlichen sind "begeistert" (20 Prozent), "zufrieden" (48) oder auch "unzufrieden" (26), auf jeden Fall gaben sie ihre Stimme mehrheitlich Huckabee.
Thematisch liegen den Wählern illegale Einwanderung (33 Prozent), Wirtschaft (26), der Kampf gegen den Terror (21) und der Irak-Krieg (17) am Herzen - und in allen vier Bereichen trauen die Wähler Huckabee am meisten zu. "Die Leute wählen lieber jemanden zum Präsidenten, der ihr Kollege sein könnte - und nicht jemanden, der sie entlassen würde", hatte Huckabee noch gestern bei einem Last-Minute-Wahlkampfauftritt gesagt. Eine Anspielung auf Romney, der früher als Manager gearbeitet hat.
Huckabees Erfolgsrezept scheint einfach: Eine Mischung aus Humor, christlichem Konservativismus und ökonomischem Populismus hat ihm laut "New York Times" zum Sieg verholfen. Bei seinen Anhängern bedankte er sich mit den Worten: "Heute Abend haben wir bewiesen, dass amerikanische Politik noch immer in den Händen von ganz normalen Leuten wie euch liegt."
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