Belgrad - Die erste Runde der Präsidentenwahl in Serbien hat
der extreme Nationalist Tomislav Nikolic gewonnen. Der Führer der oppositionellen Radikalen gewann heute 39,5 Prozent der Stimmen, teilte die Wahlforschungsgruppe Cesid in Belgrad in ersten Hochrechnungen mit. Der amtierendeStaatspräsident Boris Tadic kam danach mit 35,3 Prozent auf den zweiten Platz. Alle anderen sieben Mitbewerber spielten weit abgeschlagen keine Rolle. Weil weder Nikolic noch Tadic die vorgeschriebene absolute Mehrheit erreichten, wird der Sieger in einer Stichwahl am 3. Februar ermittelt.
Sieger der ersten Runde: Serbischer Nationalist Nikolic auf Wahlplakaten
Schon lange vor Wahlschluss hatte sich eine Rekordbeteiligung abgezeichnet. Mehr als 63 Prozent der 6,7 Millionen wahlberechtigten Serben dürften laut Cesid ihre Stimme abgegeben haben. Das sei die höchste Beteiligung an einer Wahl seit der demokratischen Wende
im Jahr 2000. Bei der letzten Präsidentenwahl im Jahr 2004 hatten sich nur knapp 48 Prozent der Wähler beteiligt.
Meinungsforscher begründeten den Ansturm auf die Wahllokale mit dem Charakter der Abstimmung. Denn die Wahl des Staatsoberhaupts sei auch eine "politische Richtungswahl". Dem Ausgang der Wahl wird zudem große Bedeutung für die künftige Politik Serbiens gegenüber der Europäischen Union beigemessen. Der Nationalist Nikolic will sich von der EU abwenden und strebt ein enges Bündnis mit Russland an. Amtsinhaber Tadic dagegen führte Serbien an die EU heran und wird offen von den USA und den Europäern unterstützt.
kai/dpa/AFP/Reuters
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