Washington - Im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur in den USA kann Barack Obama auf einen prestigeträchtigen Unterstützer hoffen. Senator Ted Kennedy wolle Obamas Kandidatur unterstützen, berichteten am Sonntag übereinstimmend mehrere US-Fernsehsender unter Berufung auf Wahlkampf- und Senatskreise. Kennedy wolle dies am Montag offiziell und öffentlich erklären.
Der Bruder des 1963 ermordeten Präsident John F. Kennedy und Senator aus Illinois gilt als einer der einflussreichsten und angesehensten Politiker im Kongress und als Ikone der Liberalen in der Demokratischen Partei.
Seine Unterstützung für Obama wäre nach ihrer Niederlage bei den Vorwahlen im Bundesstaat South Carolina ein weiterer harter Schlag für Hillary Clinton. Sie hatte bei der Abstimmung am Samstag nur 26,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können, Obama kam dagegen auf 55,4 Prozent. Es war Obamas zweiter Sieg bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftskandidatur der Demokraten.
Zuvor hatte sich bereits eine andere prominente Unterstützerin aus dem Kennedy-Clan hinter Obama gestellt. JFK-Tochter Caroline schrieb in der "New York Times", sie unterstütze den schwarzen Senator, weil er sie an ihren Vater erinnere. "Senator Obama inspiriert meine Kinder, die Enkel meiner Eltern", hieß es in dem Artikel, der die Überschrift "Ein Präsident wie mein Vater" trug.
Obama wollte sich zu der Unterstützung der Kennedys nicht äußern. Er wolle die Erklärung des Senators aus Massachusetts nicht vorwegnehmen. "Aber natürlich würde sich jeder Kandidat der Demokraten über die Unterstützung Ted Kennedys freuen", sagte Obama in einem Interview des Fernsehsenders ABC.
Ted Kennedy hatte gerade Bill Clinton wie schon andere führende Demokraten zuvor heftig für seine scharfen Attacken im Wahlkampf angegangen. Hillary Clinton verteidigte am Sonntag Äußerungen ihres Mannes. Vielleicht sei er etwas weit gegangen, das liege jedoch an seiner "Liebe" zu ihr und der Härte des Wahlkampfs, sagte Clinton dem TV-Sender CBS.
Obama warf Bill Clinton vor, gezielt Unwahrheiten über ihn zu verbreiten. Der Ex-Präsident zog etwa bei einem Wahlkampfauftritt Obamas Gegnerschaft zum Irak-Krieg in Zweifel und behauptete, der Konkurrent seiner Frau erzähle "Märchen".
Bill zeige für sie und ihre Kampagne großes Engagement, sagte Hillary Clinton. Er liebe sie und setze sich für sie ein, wie es unter Eheleuten üblich sei. Vielleicht habe er "etwas übertrieben", aber das liege auch an dem "Schlafmangel", der "alle von uns, unsere Familien und Unterstützer" betreffe. Ihr Mann werde weiter für sie Wahlkampf betreiben, wofür sie "sehr dankbar" sei, sagte die demokratische Politikerin.
phw/AFP/AP
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