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US-Vorwahlen Doppelter Einsatz für McCain - Hilfe von Schwarzenegger und Giuliani

2. Teil: Welche Staaten jetzt zu den entscheidenden werden

Bei den Demokraten beinhalten die Zahlen, die die einzelnen Bewerber schon auf sich versammelt haben, übrigens auch sogenannte Super-Delegierte: Parteifunktionäre und Amtsträger, die sich frei entscheiden können, egal wie ihr Staat in der Vorwahl gestimmt hat - und die zum Teil bereits öffentlich für einen Kandidaten Partei ergriffen haben. Die meisten dieser Super-Delegierten aber halten sich bisher bedeckt und müssen auch erst auf dem Parteitag Farbe bekennen. Hinter den Kulissen hat deshalb längst ein aggressiver Balztanz beider Demokraten-Stars um diese entscheidenden "Super"-Kollegen begonnen.

Also wird das Drama auch nach dem "Super Tuesday" weitergehen, bei Vorwahlen in bisher kaum beachteten Staaten wie West Virginia, Kansas und Louisiana, Texas und Ohio, Mississippi und Pennsylvania (siehe Grafik). Wer Clinton und Obama, McCain und Romney in den bisherigen Wochen begleitet hat, weiß, dass keiner der vier aufgeben wird, bevor er (sie) wirklich aufgeben muss. Insider streiten sich darum, ob sich das durch Edwards und Giulianis Ausstieg nun beschleunigt oder nicht.

Erster Kampf-Parteitag seit einem halben Jahrhundert?

Fest steht, dass es die Parteien vor eine Bewährungs- und Belastungsprobe stellt - zumindest bei den Demokraten, wo das Rennen noch enger ist als bei den Republikanern. Bei ihnen wird sich das Duell aller Wahrscheinlichkeit nach bis zum Parteitag hinziehen, der so zum ersten Kampf-Parteitag der Partei in mehr als einem halben Jahrhundert werden könnte. Das ließen beide Kandidaten gestern auch schon durchblicken - in konkurrierenden Konferenzschaltungen mit Journalisten im Streit um die seltsame Vorwahl von Florida, dessen Delegierte beim Parteitag nicht zählen sollen (als Strafe für Floridas eigenmächtige Vorverlegung der Vorwahl).

Clintons Wahlkampfchefin Patti Solis Doyle beharrte in der Konferenz darauf, dass auch die Delegierten von Florida beim Parteitag zur Geltung kämen: "Wir erwarten, dass die Delegierten gezählt werden." Kein Wunder: Clinton angelte sich bei der gestrigen Phantom-Wahl von Florida einen Pro-Forma-Sieg - ein nettes Sicherheitspolster, falls es am Ende auf jede Stimme ankommt.

Solche zynischen Spiele waren dem ausgeschiedenen Kandidaten Edwards immer schon fremd. Heute wirkte er fast erleichtert, dass er sich damit nun nicht mehr abgeben muss: "I'll be okay", versicherte er: Sorgt euch nicht um mich. Und dann ein Appell an alle, die sich verlassen fühlen: "Amerikas Stunde der Wandlung naht. Wendet euch nicht ab!"

Ein bemerkenswerter Aspekt dieses Vorwahl-Dramas ist im Übrigen, dass Edwards der Kandidat mit den detailliertesten und oft besten Programmen war - und sich einfach nicht durchsetzen konnte. Er kam meist als erster mit Vorschlägen an die Öffentlichkeit, die anderen zogen nach und bekamen unfairerweise die Schlagzeilen. Für ihn war die Kluft zwischen Reich und Arm, die triste Realität der "zwei Amerikas", kein "talking point", kein Mittel zum Stimmenfang. Sondern "die Aufgabe meines Lebens", wie er zum Abschluss noch einmal sagte - erwachsen aus dem Respekt für die armen Eltern Bobbie und Wallace, die sich bis zuletzt für ihn ans Telefon gesetzt und potentielle Wähler persönlich angerufen haben: "Gib Johnny deine Stimme!"

Im oft kindischen Psychodrama zwischen Hillary Clinton und Barack Obama (Hat sie ihn verunglimpft? Hat er sie brüskiert? Ist sie zu weiß? Ist er farbig genug?) verstand sich Edwards stets als "der erwachsene Kandidat", als Nanny in der Krabbelkiste.

Doch die Wähler - und vor allem die US-Massenmedien - liebten das Psychodrama mehr als den Psychiater.

Edwards' Prominenz war verblasst gegen den Glanz der Kennedys, die in dieser Woche Obama politisch adoptierten, und gegen Clintons Megawatt-Star "Bubba" Bill. Oder, auf republikanischer Seite, gegen die Zelluloid-Schläger Silvester Stallone (John McCain) und Chuck Norris (Mike Huckabee). Für Edwards stapfte James Denton durch den Schnee von Iowa und New Hampshire - der sexy Klempner aus "Desperate Housewives", der sich bei jeder Veranstaltung entschuldigte, dass er und nicht eine seiner Kolleginnen erschienen sei. Vielleicht wäre es ja wirklich besser gewesen, wenn Teri Hatcher oder Eva Longoria für Edwards getrommelt hätten - bei weißen Männern kam Edwards immer am besten an.

Denn auf die weißen Männer kommt es nun an. Werden sie zu Obama überwechseln, dem farbigen Kandidaten, der ihren politischen Anliegen näher ist? Oder zu Clinton, der weiblichen weißen Konkurrentin, die für viele das Establishment und den Lobbyistenklüngel repräsentiert, die Edwards so zuwider sind?

Vieles deutet auf Ersteres hin. Edwards hat sich immer schon eher an Obamas Flanke geschlagen, und seine Fans haben das nicht überhört. Noch behält er sich eine Empfehlung vor, statt sich schon für eine Seite zu entscheiden. Also buhlte Clinton heute ganz offen: "Ich hoffe, seine Anhänger davon zu überzeugen, mich zu unterstützen."

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