Sonntag, 22. November 2009

Politik



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03.02.2008
 

Autobiografie posthum

Bin Ladens Sohn soll Mordpläne gegen Bhutto geschmiedet haben

Benazir Bhutto wusste, dass sie in akuter Lebensgefahr schwebte - und sie wusste wohl auch, wer nach ihrem Leben trachtete. In ihrer Autobiografie, die posthum erscheinen wird, beschuldigt sie einen Sohn Osama Bin Ladens.

London - Die britische "Sunday Times" zitiert aus der Autobiografie Benazir Bhuttos, die posthum veröffentlicht wird. Darin enthüllt die ermordete pakistanische Oppositionspolitikerin der Zeitung zufolge brisante Details. So schreibe Bhutto, dass der 16-jährige Sohn von Osama Bin Laden ihre Ermordung geplant habe.

Hamza sei der Anführer von einer der vier Gruppen gewesen, die sie töten wollten, so Bhutto. Diese Informationen habe sie sowohl von Pakistans Präsident Pervez Musharraf als auch von einer "befreundeten muslimischen Regierung" bekommen.

Neben Hamza und seiner Gruppe hätten nach den Warnungen Musharrafs und der "fremden Regierung" auch der Taliban-Warlord Baitullah Mehsud, eine Gruppe von Militanten der Roten Moschee sowie Extremisten aus der pakistanischen Stadt Karatschi ein Attentat auf Bhutto geplant.

Bhutto wurde am 27. Dezember in der pakistanischen Stadt Rawalpindi ermordet. Tatsächlich geht der US-Geheimdienst CIA davon aus, dass von al-Qaida unterstützte Kämpfer des Stammesführers Mehsud hinter dem Mord stecken. Vor zwei Wochen wurde ein 15-jähriger Verdächtiger festgenommen. Er soll der Gruppe um Mehsud angehören.

Der Sohn Bin Ladens soll Geheimdienstberichten zufolge bereits darauf vorbereitet werden, ein künftiger al-Qaida-Führer zu werden, schreibt die "Sunday Times" weiter. Im Herbst sei Hamza bereits als Extremistenanführer beschrieben worden. Er kämpfe zusammen mit anderen Extremisten in den Stammesgebieten entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze.

Bhutto schrieb dem Bericht zufolge auch über das Attentat, das Extremisten im Oktober nach ihrer Rückkehr aus dem Exil nach Pakistan in Karatschi verübten. Bhutto wurde bei dem Anschlag nicht verletzt - aber 139 ihrer Anhänger und Sicherheitsleute kamen ums Leben.

So habe sie gesehen, wie der vermeintliche Attentäter die Kleidung eines Kleinkindes mit Plastiksprengstoff bestückte, erklärt Bhutto in ihrer jetzt veröffentlichten Autobiografie. Bhutto beschreibe, dass der Mann ihr bedeutet habe, dass Kind zu halten, dann habe er versucht, es der Polizei in einem nahestehenden Fahrzeug zu übergeben. Das Auto sei kurz darauf explodiert.

Bhuttos Autobiografie mit dem Titel "Reconciliation: Islam, Democracy & the West" soll am 12. Februar erscheinen.

anr/AP

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