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03.02.2008
 

US-Armee

Anzahl der Suizid-Versuche hat sich seit Irak-Krieg versechsfacht

Viele erschießen sich mit der eigenen Waffe: Gut fünf Jahre nach Beginn des Irak-Krieges hat das Suizid-Problem der amerikanischen Armee erschreckende Dimensionen erreicht. Die psychologische Betreuung demoralisierter Soldaten reicht nicht aus - Politiker wollen nun gegensteuern.

Hamburg - Elspeth Cameron-Ritchie, Psychiaterin bei der US-Armee, bringt das Problem auf den Punkt: "Die Zahl der Selbstmordversuche steigt und ist schon im Verlauf der vergangenen fünf Jahre gestiegen", sagte sie der Nachrichtenseite CNN.com.

US-Soldaten in Bagdad: "Sie brauchen Psychiater und Psychologen"
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REUTERS

US-Soldaten in Bagdad: "Sie brauchen Psychiater und Psychologen"

Die traurige Statistik: Im Jahr 2007 versuchten offiziellen Daten zufolge 2100 US-Militärangehörige, sich das Leben zu nehmen - im Schnitt waren das rund fünf Suizid-Versuche pro Tag. Im Jahr 2002, dem letzten vollen Jahr vor Beginn des Irak-Krieges, lag die Vergleichszahl noch bei 350 versuchten Suiziden.

Armee-Statistiken zufolge sind es zumeist Angehörige der Infanterie, die versuchen, ihr eigenes Leben zu beenden - typischerweise mit einer Schusswaffe. Nach offiziellen Daten starben 2007 insgesamt 89 Soldaten durch Suizid. Weitere 32 Fälle werden von den Armee-Statistikern als "möglicher Suizid" gewertet. Schon 2006 hatten insgesamt 102 US-Army-Angehörige Selbstmord begangen, 2005 waren es 87, meldet CNN.com.

Als Ursachen für das Ansteigen der Selbstmordrate gelten die lange Dauer der Militäreinsätze in Kampfgebieten wie Irak und Afghanistan und die oft nur kurzen Phasen von Regeneration zwischen den Einsätzen. Auch das sogenannte posttraumatische Stress-Syndrom (PTSS) bei zurückgekehrten Soldaten wird als Faktor genannt.

Hotlines allein reichen nicht

Der häufigste direkte Anlass für einen Selbstmordversuch seien aber Partnerschaftsprobleme, sagte Psychiaterin Cameron-Ritchie. "Die Leute blicken auf PTSS, auf die Länge der Einsätze - aber entscheidend sind zerbrochene Beziehungen", stimmt ihr der Armee-Pastor Ran Dollinger zu. Klar aber ist auch: Oft ist es die lange Dauer der Militäreinsätze, die entscheidend zur Zerrüttung von den Partnerschaften der Soldaten beiträgt.

Im US-Kongress hat inzwischen eine Debatte über die Selbstmordraten und mögliche Gegenstategien begonnen. Jim Webb, demokratischer Senator aus Virginia, brachte am Donnerstag einen Gesetzentwurf ein, um die Selbstmordprävention der Armee zu verbessern.

Seine Parteikollegin Patty Murray aus Washington wies darauf hin, dass die im Kriegsverlauf bereits erhöhten Geldmittel für die Soldatenbetreuung immer noch nicht ausreichten. Sie wisse von Fällen, in denen Hilfesuchenden nur die Nummer einer kostenlosen Telefonhotline genannt wurde. "Viele Soldaten brauchen eine reale Person, mit der sie reden können. Und sie brauchen Psychiater und Psychologen", unterstrich Murray.

Die Selbstmordrate innerhalb der US-Armee lag zuletzt allerdings immer noch leicht unter dem gesellschaftlichen Durchschnitt. Im Jahr 2006 starben 17,5 von 100.000 Armee-Angehörigen durch eigene Hand. Der Vergleichswert für die amerikanische Gesamtbevölkerung liegt laut CNN.com noch etwas höher.

itz

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insgesamt 56 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
06.02.2008 von kabila:

Die heutigen Rechtsradikalen verlangen den sofortigen Abzug aller Soldaten aus dem Ausland und trotzdem unterstellen Sie den Unterstützern des Afghanistaneinsatzes permanent, Nazis zu sein. Haben Sie sonst keine Argumente? mehr...

05.02.2008 von burninghands: Spin spin spin

Aus Wikipedia: Uranmunition ...Uran wirkt chemisch wie viele andere Schwermetalle und schädigt als Gift den Stoffwechsel der inneren Organe... Hauptgefahr ist, dass sich beim Einschlag der Geschosse auf ein hartes Ziel ein [...] mehr...

04.02.2008 von virginia_reid: Unsicherheit und Suizide

Ich nehme an, Sie sind ein Deutscher der in den USA lebt. Ich bin eine in Deutschland lebende Amerikanerin - seit 5 Jahren. Jedes Mal wenn das Gespräch mit meinen deutschen Freunden auf die Bundeswehr kam, sie sagten daß keiner [...] mehr...

04.02.2008 von suum.cuique: Ah, sorry

Ja, Sie haben Recht.Nur bleibt es fraglich, ob das Lockangebot wirklich viel bringen wird. Man geht ja nicht in die USA um in der Armee zu dienen, sondern sich eine Zukunft aufzubauen. Die armen Migranten werden dann doch lieber [...] mehr...

04.02.2008 von virginia_reid: Dienst in der Armee

Sie haben meinen Beitrag nicht korrekt gelesen: ich schrieb über den <b>Plan</b> der Bush-Regierung, illegalen Einwanderern, wenn sie denn in der Armee dienen die Staatsangehörigkeit zu verleihen und ihnen damit [...] mehr...

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