Jerusalem - Eine Explosion erschütterte am Morgen die südisraelische Stadt Dimona. Polizeiangaben zufolge hatte ein Selbstmordattentäter in einem Einkaufszentrum einen Sprengstoffgürtel gezündet. Dabei wurden nach Angaben von Rettungskräften mindestens vier Menschen getötet, fünf wurden verletzt.
Im Armeerundfunk erklärten Polizeisprecher, offenbar seien zwei Attentäter beteiligt gewesen. Nur einem sei es aber gelungen, seinen Sprengstoffgürtel zu zünden. Ein Polizist hatte einen Angreifer rechtzeitig mit einem Schuss unschädlich gemacht. Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hat sich den Angaben zufolge zu dem Anschlag bekannt. Die radikal-islamische Palästinenersorganisation Hamas bezeichnete den Anschlag als "heldenhafte Tat".
Regierungschef Ehud Olmert rief eine Dringlichkeitssitzung von Sicherheitsexperten ein. Der israelische Außenamtssprecher Arje Mekel sagte, die Terrororganisationen hätten wieder gezeigt, worum es ihnen gehe. "Ihr Ziel war und bleibt die Tötung von israelischen Bürgern." Israel werde seinen Kampf gegen diesen Terror fortsetzen. Mahmud Habbasch, ein Minister in der Regierung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, verurteilte den Anschlag, beschuldigte aber Israel, mit seinen Angriffen auf Extremisten im Gazastreifen eine Atmosphäre der Gewalt zu schaffen. Damit trage Israel Verantwortung für die Eskalation der Lage.
Die Explosion ereignete sich rund zehn Kilometer vom Atomreaktor des Landes entfernt. Regierungsbeamte wiesen Spekulationen zurück, wonach der Reaktor das Ziel des Anschlags gewesen sein könnte.
Die Sicherheitskräfte in Südisrael waren in erhöhter Alarmbereitschaft, seit bewaffnete Palästinenser vor eineinhalb Wochen mehrere Breschen in die Sperranlagen zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten sprengten. Mehrere hunderttausend Menschen überschritten die Grenze. Es war befürchtet worden, dass militante Palästinenser über die Halbinsel Sinai in die Wüste Negev und damit auch nach Dimona gelangen könnten.
Es handelt sich um den ersten Selbstmordanschlag in Israel seit Januar vergangenen Jahres. Bei dem Attentat eines Palästinensers kamen damals im Badeort Eilat vier Israelis ums Leben.
hen/dpa/AP/AFP
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