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10.02.2008
 

Demokraten-Drama

Clinton feuert ihre Wahlkampfchefin - Obama siegt auch in Maine

Paukenschlag im Vorwahlkampf der Demokraten. Hillary Clinton hat ihre Kampagnenmanagerin Patti Solis Doyle abgesetzt - nach einer Serie deutlicher Niederlagen gegen Barack Obama, die sich in dieser Nacht fortsetzt: Die frühere First Lady hat auch den Caucus in Maine verloren.

Clinton: Wahlschlappen in Serie - Managerin gefeuert
DPA

Clinton: Wahlschlappen in Serie - Managerin gefeuert

Washington - Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat ihre Wahlkampfmanagerin Patti Solis Doyle abgesetzt und stattdessen ihre langjährige Vertraute Maggie Williams mit der Führung ihrer Kampagne betraut.

Clinton dankte Solis Doyle für ihre "Freundschaft und die herausragende Arbeit". Sie werde auch in den kommenden Wochen weiter auf ihren Rat hören. Williams war Clintons Stabschefin zu deren Zeit als First Lady. Der US-Fernsehsender ABC meldete, Rücksicht auf ihre Familie sei mit ein Grund für den Rückzug Doyles gewesen. Sie bleibe aber Beraterin im Clinton-Wahlkampf.

In einer Mail informierte Solis Doyle ihren Mitarbeiterstab heute von dem Wechsel an der Spitze des Wahlkampfteams. Sie sei stolz, diese Kampagne geleitet zu haben. "Noch stolzer bin ich, Hillary nach mehr als 16 Jahren noch meine Freundin nennen zu können." Ihre Nachfolgerin sei eine bemerkenswerte Person und werde ihre Aufgabe sicher hervorragend erfüllen, schrieb Solis Doyle weiter.

Die Entscheidung gilt als Reaktion auf schwere Probleme in Clintons Vorwahlkampf. Sie ist als Favoritin in den Wettbewerb der Kandidaten gestartet, kann sich gegen ihren Rivalen Barack Obama aber immer schwieriger durchsetzen. Er schafft es in unerwartet vielen Staaten, Clinton in ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu ziehen, und hat sie in mehreren anderen Staaten deutlich geschlagen (siehe Grafiken).

Klarer Vorsprung für Obama in Maine

Die frühere First Lady hat erst an diesem Samstag wieder bei drei Vorwahlen in Louisiana, Nebraska und Washington Niederlagen gegen ihren innerparteilichen Rivalen Barack Obama einstecken müssen - und in dieser Nacht auch den Caucus im Bundesstaat Maine verloren, der eigentlich als ihr Revier galt.

Nach Prognosen mehrerer US-Medien hat Obama in dem Staat an der Ostküste einen überdeutlichen Vorsprung vor seiner Rivalin. Nach Auszählung der Ergebnisse in 87 Prozent der Wahlbezirke kommt er auf 59 Prozent der Stimmen, Clinton auf 41 Prozent.

Dass Obama jetzt auch in Clintons vermeintlich sicheren Staaten siegt, schürt im Lager der Bewerberin die Angst vor einem eindeutigen Stimmungsumschwung zugunsten des Rivalen. Wie Clinton einen solchen Obama-Trend stoppen will - abgesehen von der Neubesetzung ihrer Kampagnen-Führung -, ist derzeit nicht abzusehen.

Während sich Obama am Wochenende bei einem Wahlkampfauftritt in Virginia von seinen Anhängern feiern ließ, erwähnte Clinton die Erfolge ihres Rivalen bei derselben Veranstaltung mit keinem Wort und verließ die Veranstaltung vor Obamas Auftritt bereits wieder.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen um die Stimmen der Delegierten für den Nominierungsparteitag im Sommer setzt sich damit bis auf Weiteres fort. Insgesamt liegen beide Bewerber derzeit etwa gleichauf, was die Zahl ihrer Delegierten für den Nominierungsparteitag im Sommer angeht.

Die genauen Schätzungen der Delegierten gehen in den US-Medien zwar auseinander - unter anderem weil es neben den gewählten Delegierten noch parteiintern benannte sogenannte Superdelegierte gibt, die sich persönlich zwischen den Bewerbern entscheiden können. Doch in allen US-Medien sieht es derzeit nach einem Patt zwischen Clinton und Obama aus, mit minimalem Vorteil für die frühere First Lady - obwohl sie noch vor Monaten noch als klare Favoritin galt.

als/AP/Reuters

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