Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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12.02.2008
 

US-Demokraten

Ohio und Texas - letzte Chance für Clinton

Es wird eng für Hillary Clinton: Die heutigen Vorwahlen gibt das Wahlkampfteam der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin schon fast verloren. Auch neueste Umfragen sprechen für ihren Konkurrenten Obama - Clinton setzt jetzt auf die Abstimmungen Anfang März in Ohio und Texas.

Washington - Geht ihr der Schwung verloren? Eigentlich sollte es eine Art Ruck-Rede von Hillary Clinton werden. Nach den verlorenen Vorwahlen in Maine, Louisiana, Nebraska und im Bundesstaat Washington wollte die US-demokratische Präsidentschaftsbewerberin gestern in einer Telefonkonferenz Siegeszuversicht ausstrahlen und an die Moral ihrer Unterstützer - Spender und Superdelegierte - appellieren.

US-Präsidentschaftsbewerberin Clinton: "Ich liege noch immer vorn"
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AP

US-Präsidentschaftsbewerberin Clinton: "Ich liege noch immer vorn"

Aber das Ergebnis war zwiespältig: Clinton gab sich zwar kämpferisch und entschlossen mit Blick auf die Vorwahlen am 4. März in Ohio und Texas - aber sie habe müde geklungen und ein "bisschen deprimiert", sagten Teilnehmer laut einem Bericht des "International Herald Tribune".

Die Ausgangslage ist nicht besonders günstig für Clinton: Zwar liegt sie derzeit im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur leicht vor ihrem Konkurrenten Barack Obama, die heutigen Vorwahlen in Virginia, Maryland und in der Bundeshauptstadt Washington hat das Clinton-Team aber bereits so gut wie abgeschrieben: Der 46-jährige schwarze Senator ist Umfragen zufolge klarer Favorit.

Sollte Clinton heute tatsächlich verlieren, steht ihr eine lange Durststrecke bevorstehen. Auch bei den nächsten Vorwahlen in Hawaii und Wisconsin am 19. Februar rechnen Beobachter eher mit Erfolgen Obamas. In Wisconsin profitiert Obama in Umfragen derzeit von dem Schwung der vergangenen Wochen und gewinnt an Zustimmung, bei den Hawaii-Wahlen hat der in Honolulu geborene Senator einen Heimvorteil.

Erst der 4. März könnte Clinton nach dieser Lesart dann wieder zum Aufschwung verhelfen, wenn in Ohio, Texas, Rhode Island und Vermont gewählt wird. "Sie muss Ohio und Texas deutlich gewinnen, sonst ist sie draußen", sagte ein Super-Delegierter, der beim Parteitag für Clinton stimmen will, dem Bericht der "International Herald Tribune" zufolge. In Texas geht es um 193 Delegiertenstimmen, in Ohio um 141.

Was das Clinton-Team zusätzlich nervös macht: Obama sammelt deutlich mehr Spendengelder ein als die frühere First Lady. Rund eine Million Dollar fließt nach Angaben von Obama-Helfern täglich in die Kasse des Senators, bei Clinton ist es nur die Hälfte. Das Obama-Team schaltete bereits gestern Fernsehspots in Ohio und Texas, Clinton will heute ihre TV-Kampagne in den beiden Staaten eröffnen.

Auch Umfragen sehen Clinton im Nachteil: Würden die US-Bürger schon jetzt ihren neuen Präsidenten wählen, würde Obama knapp vor John McCain von den Republikanern liegen. Das geht aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor. Wäre Clinton die Kandidatin der Demokraten, lägen sie und McCain praktisch gleichauf.

Laut Umfrage, die ein erstes Stimmungsbild nach den Vorwahlen vom Super-Tuesday vor einer Woche widerspiegelt, würde Obama ein Duell mit McCain mit 48 zu 42 Prozent klar gewinnen. Clinton hätte mit 46 Prozent nur einen hauchdünnen Vorsprung vor McCain (45 Prozent). Im Rennen um das Präsidentschaftsticket der Demokraten führt Obama in der Umfrage mit 46 Prozent klar vor Clinton mit 41 Prozent.

Bei einem Wahlkampfauftritt in Maryland gab sich Clinton gestern dennoch zuversichtlich: "Noch immer liege ich bei den Delegiertenstimmen und der Gesamtstimmenzahl vorn", sagte sie vor Journalisten.

Nach den Wahlniederlagen in Maine

, Louisiana, Nebraska und im Bundesstaat Washington hatte Clinton ihre Wahlkampfmanagerin Patti Solis Doyle abgesetzt und ihre langjährige Vertraute Maggie Williams mit der Führung ihres Wahlkampfs betraut. Die Präsidentschaftsbewerberin versuchte, den Wechsel herunterzuspielen. Er sei "nicht bedeutend", sagte Clinton.

OBAMA, CLINTON, MCCAIN: DIE POSITIONEN

Irak

AP
Hillary Clinton: 2002 stimmte sie für den Einmarsch im Irak. Heute sagt sie, sie hätte anders gestimmt, "wenn wir damals schon gewusst hätten, was wir heute wissen". Im Fall ihres Einzugs in das Oval Office will sie 60 Tage nach Amtsübernahme mit einem schrittweisen Rückzug beginnen, der bis 2013 abgeschlossen sein soll.


AP
Barack Obama: Obama hatte sich von Anfang an gegen die Invasion im Irak ausgesprochen – zuletzt auch gegen die Truppenaufstockung. Er spricht sich für einen schnellen Rückzug der US-Truppen aus dem Irak aus. Sein Plan sieht vor, ein bis zwei Brigaden im Monat abzuziehen und so nach 16 Monaten alle Soldaten wieder in den USA zu haben.


REUTERS
John McCain: Er hat für den Militäreinsatz im Irak gestimmt. McCain unterstützte das Veto von Präsident Bush gegen das von der Mehrheit der Demokraten im Kongress verabschiedete Kriegsausgabengesetz, das den Abzug des größten Teils der US-Truppen bis zum März dieses Jahres vorsah. Er spricht sich zudem für eine weitere Aufstockung der Truppen im Irak aus und gegen einen Zeitplan für einen Rückzug.

Gesundheitspolitik

Iran

Umwelt

Sicherheit

Einwanderung

hen/AP/Reuters

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