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15.02.2008
 

Nigeria

Scharia-Gericht bestraft mit Amputationen und Steinigung

Grausame Rechtssprechung in Serie: Ein islamisches Scharia-Gericht in Nigeria hat sechs Menschen zum Tod durch Steinigung verurteilt. Dutzende weitere wurden mit der Amputation ihrer Gliedmaßen bestraft.

Lagos - Ein 52-jähriger Mann wurde im nigerianischen Bundesstaat Bauchi zum Tod durch Steinigung verurteilt, weil er seine minderjährige Stieftochter geschwängert hat, berichtete Nigerias staatliche Nachrichtenagentur. Ein anderer Mann soll durch Steinigung sterben, weil er 13 Mal mit der Frau eines Freundes geschlafen haben soll.

Das islamische Scharia-Gericht in Nigeria verurteilte insgesamt sechs Menschen zum Tod durch Steinigung. 46 weitere wurden damit bestraft, sich ihre Gliedmaßen amputieren zu lassen.

Die Urteile sind jedoch erst nach der Bestätigung durch die Regierung von Bauchi rechtskräftig, berichtete die Nachrichtenagentur. Bauchi ist einer von zwölf Bundesstaaten in Nigerias islamischen Norden, in denen die Scharia herrscht.

In der vergangenen Woche hatte der britische Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, mit Äußerungen zur Scharia für Aufruhr gesorgt. Das geistliche Oberhaupt der Anglikaner hatte es in einem BBC-Interview als unvermeidlich bezeichnet, das islamische Religionsrecht in Teilen des britischen Zivilrechts anzuerkennen.

amz/Reuters

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