Islamabad/Gaza - In Pakistan zündeten mehrere hundert aufgebrachte Studenten dänische Flaggen an, forderten die Ausweisung des Botschafters und riefen zu einem Warenboykott auf. "Tod den Karikaturisten" und "Boykott europäischer Produkte", skandierten rund 200 Teilnehmer einer Protestveranstaltung in der Stadt Multan in der östlichen Provinz Punjab."Wir verurteilen blasphemischen Umgang mit Mohammed", verkündeten rund 200 Studenten der Islamischen Universität in der Hauptstadt Islamabad. Falls die Regierung den dänischen Botschafter nicht ausweist, wollten sie am nächsten Freitag einen großen Protestmarsch veranstalten.
Demonstranten in Pakistan: "Tod den Karikaturisten"
Mehrere Tausend Menschen folgten im Gazastreifen dem Aufruf der regierenden radikalislamischen Hamas und protestierten gegen die Karikaturen. "Was Dänemark sagt, ist Häresie", sangen die Protestierenden. Es sei eine Schande, dass Dänemark die islamische Welt erneut mit den Karikaturen brüskiere, sagte ein Beamter der Hamas.
Ein prominenter dänischer Imam rief in Kopenhagen randalierende Jugendliche unterdessen zur Besonnenheit auf. Sie sollten ihre Randalen beenden, schließlich habe der Prophet Mohammed sie nicht gelehrt, Schulen, Autos oder Infrastruktur niederzubrennen, sagte Mostafa Chendid. "Mohammed hat uns Zivilisation gelehrt", sagte der Imam in seinem Freitagsgebet. Er nannte die Karikaturen schädlich, Proteste dagegen müssten jedoch friedlich sein.
In Kopenhagen war es in den vergangenen Tagen zu Protesten jugendlicher Einwanderer gekommen, sie steckten Autos und Mülleimer in Brand und schleuderten Steine auf Polizisten, mehrere Jugendliche wurden zeitweise festgenommen.
Mit dem neuerlichen Abdruck der Karikaturen hatten dänische Zeitungen am Mittwoch auf die Aufdeckung eines mutmaßlichen Mordkomplotts gegen einen der Zeichner reagiert. 2006 hatten die Zeichnungen eine weltweite Kontroverse ausgelöst, in islamischen Ländern kam es zu heftigen Protesten.
amz/AP
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