Oshkosh - Noch ist er nicht US-Präsident, nicht einmal nominierter Kandidat seiner Partei, doch der Republikaner John McCain bringt sich bereits außenpolitisch in Stellung - und übt heftige Kritik an Russland und Noch-Staatsoberhaupt Wladimir Putin. Der scheidende russische Präsident bereite sich darauf vor, eine Marionettenregierung zu leiten, sagte der amerikanische Senator gestern bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Wisconsin. "Ich denke, dass Herr Putin versucht, das alte russische Reich wieder herzustellen", sagte er.
Offensichtlich verankere sich Putin selbst auf unabsehbare Zeit im Machtgefüge Russlands, indem er einen Protege als Nachfolger einsetze, sagte McCain. "Wir wussten, dass das Puppentheater weitergeht. Wir wussten nur nicht, wer die Puppe ist."
Putin darf bei der Präsidentenwahl in zwei Wochen nicht noch einmal antreten. Er will stattdessen auf den Posten des Ministerpräsidenten wechseln. Als Wunsch-Nachfolger brachte er den derzeit Ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten Dimitri Medwedew in Stellung, mit dem er sich nach eigener Ankündigung die Macht teilen will und der laut Umfragen haushoher Favorit ist.
McCain hatte kürzlich bereits den Ausschluss Russlands aus der Gemeinschaft der mächtigsten Industriestaaten der Welt, G 8, gefordert. Er liegt derzeit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur nahezu uneinholbar vor seinem innerparteilichen Rivalen Mike Huckabee. Der Nachfolger von George W. Bush, der wie Putin nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, wird Anfang November gewählt.
ffr/Reuters
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