Von Gregor Peter Schmitz, Washington
Washington - Im Januar 2007 spazierte Barack Obama vom Senat in Washington drei Blöcke weiter zu einem unauffälligen Bürogebäude. Ein paar Tage vorher hatte er dort ein paar Räume angemietet, die waren noch leer bis auf einige Plastikmöbel. Der Senator zog einen Klappstuhl heran, war in der "Washington Post" zu lesen, und setzte sich Julianna Smoot gegenüber - der erfolgreichen Spendensammlerin, die er angeheuert hatte, um die nötigen Millionen für seine Bewerbung um das Weiße Haus einzutreiben.
Smoot blätterte durch die dünne Liste an Spendern, die Obama bislang zusammengetragen hatte. Der fragte laut "Washington Post" besorgt: "Was sollen wir tun?" Smoot antwortete nüchtern: "Greif sofort zum Telefon. Und vergiss nicht, sie nach ihren Kreditkartennummern zu fragen."
Knapp ein Jahr später nimmt Barack Obama eine Million Dollar an Spendengeldern ein - pro Tag. Zu seinen Auftritten strömen derzeit im Schnitt 20.000 Zuschauer. Obamas Botschaft vom Wandel dominiert den Wahlkampf. Wie schaffte es das Obama-Team, die Begeisterung einer Massenbewegung mit einem soliden organisatorischen Unterbau zu verbinden - und die mächtigen Berater um seine Rivalin Hillary Clinton kalt zu erwischen?
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