Von Gregor Peter Schmitz, Washington
Barack Obamas Bank hat ihren Sitz im 11. Stock eines Hochhauses in Chicago. Hier arbeiten seine Geldsammler. Die "Washington Post" beschreibt die Szenerie: An den Wänden hängen Motivationssprüche wie: "Lauf dem Geld nach!" Das wirkt: Allein im Januar hat Obamas Team 32 Millionen Dollar eingenommen; Hillary Clinton kam im gleichen Zeitraum auf 13 Millionen.
Doch die Anfänge waren weit bescheidener. Julianna Smoot, die schon für erfahrene Demokraten wie die Senatoren Charles Schumer oder Tom Daschle Spenden eingetrieben hat, erinnert sich lächelnd, wie sie Obama erst überzeugen musste, mögliche Geldgeber am Telefon in der Warteschleife zu halten, um mehrere gleichzeitig anrufen zu können - und unverblümter und schneller im Gespräch um Geld zu betteln.
Doch Smoot, eine sehr schnell redende Mittvierzigerin, trieb ihm solche Zögerlichkeiten rasch aus. Gleichzeitig baute sie eine Internet-Datenbank auf, die mittlerweile mehr als 650.000 Online-Spender zählt. Die kann das Obama-Team derzeit immer wieder um Hilfe bitten, weil erst drei Prozent von ihnen das gesetzlich vorgeschriebene Pro-Kopf-Spendenlimit von 2300 Dollar für den Vorwahlkampf ausgeschöpft haben.
Daneben vernachlässigte Smoot aber nicht die Geldgeber mit den tiefen Taschen an Wall Street oder in noblen Anwaltskanzleien - ihr gelang es, Clinton wichtige Großspender abzuwerben, etwa den Hollywood-Mogul David Geffen. Im Gespräch mit der "Washington Post" spielt die Obama-Finanzchefin ihre eigene Leistung herunter: "Alle Demokraten respektieren und bewundern die Clintons. Aber die Leute wollen nun etwas anderes. Es ist also gar nicht so schwer, Spender von Obama zu überzeugen."
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