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Wahlkampf der US-Demokraten Vier Strategen planen den Obama-Hype

5. Teil: Michelle Obama - die Frau an seiner Seite 

Vielleicht hätte er sich nicht in die erste Reihe setzen sollen. Am Pult steht Michelle Obama, 150 junge Leute drängen sich in einem kleinen Raum der University of South Carolina in Columbia. Sie soll über ihren Mann reden, aber jetzt erzählt sie erstmal, wie Jungs Mädels das Blaue vom Himmel quatschen können über ihre Pläne im Leben. Und dann kriegen sie am Ende doch nichts hin. "Mädels, hört genau hin", grinst Obama. Sie schiebt das Kinn vor, und fixiert den armen Kerl direkt vor dem Pult in der ersten Reihe: "Was willst Du denn eigentlich erreichen?"

Michelle Obama, Ehefrau von Präsidentschaftsbewerber Barack Obama, ist fast 1,80 Meter groß, gertenschlank - und bekannt für ihre scharfe Zunge. Aufgewachsen ist sie in einfachen Verhältnissen, doch sie schaffte es nach Princeton und studierte Jura in Harvard. Lange war die 44-jährige Mutter zweier kleiner Töchter kaum zu sehen im Wahlkampf. In Interviews meldete sie sogar Zweifel an, ob das harte Schaulaufen nicht ein zu großes Opfer für ihre junge Familie sei. Doch in den letzten Wochen ist sie fast täglich für ihren Mann im Einsatz. Sie spricht davon, für "gewöhnliche Leute" wie sie sei es seit Jahrzehnten in den USA nur bergab gegangen. "Aber manchen Leuten ist alles egal, die gehen noch nicht einmal wählen", schüttelt sie den Kopf. Obama schiebt einen halb erstickten Lacher nach. Der klingt wie: "Unglaublich."

Diese erstickten Lacher ziehen sich durch ihre Reden. Manchmal gelten sie ihrem Mann. Dass der nicht die Socken wegräumt, erzählte sie, dass er so einen komischen Namen hat, dass sie ihn bei der ersten Verabredung abblitzen ließ. Die Zuhörer lachen darüber, doch Journalisten haben die Stirn gerunzelt. Sie schrieben: Darf man das sagen über einen Mann, der vielleicht bald Führer der freien Welt sein wird? Aber sie lassen Obama, um den fast schon ein Personenkult getrieben wird, eben normaler erscheinen. Zumindest in der Schlacht mit Hillary Clinton ist ihr selbstbewusstes Auftreten kein Nachteil - ihr Pendant im anderen Lager ist immerhin Bill Clinton.

Hinweis: Für diesen Text wurde in mehreren Passagen auf einen Artikel der "Washington Post" Bezug genommen. Die "Washington Post" wurde auch als Quelle zitiert, nach Ansicht einiger Leser wurde allerdings nicht deutlich genug, welche Informationen von der "Washington Post" übernommen wurden. Die betreffenden Stellen wurden nun entsprechend gekennzeichnet.

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