Pristina - Für die einen ist die Unabhängigkeit Grund zur Freude, bei anderen löst sie Verärgerung aus. Hunderte Serben haben heute zwei Grenzübergänge zur früheren Provinz beschossen und in Brand gesteckt. Die Anlagen am Übergang Janjine wurde angezündet, die Einrichtungen bei Leposavic durch Sprengstoff zerstört. Der Mob habe auch mehrere Uno-Fahrzeuge angezündet, teilte die Kosovo-Polizei mit.
Die Angriffe führten zum ersten Einsatz der Nato-Truppe Kfor seit der Unabhängigkeit. Am Montag hatte die Nato die Lage noch als ruhig beschrieben. Die Kosovo-Polizei zog sich nach den Angriffen zurück und übergab den Einsatz an die Kfor. Acht Polizisten seien aus dem Gefahrengebiet ausgeflogen worden, hieß es. Soldaten der Bundeswehr seien nicht in Gefahr geraten. Kfor-Angehörige hätten inzwischen die Lage im Griff, wurde berichtet. Die Lage ist den Angaben zufolge "sehr ernst". Die beiden Übergänge sind für den Verkehr gesperrt.
In Zubin Potok, 20 Kilometer westlich der geteilten Stadt Mitrovica, wurde serbischen Journalisten zufolge ein Zollgebäude von wütenden Serben in Brand gesetzt. Die Polizei bestätigte diesen Vorfall bislang nicht.
Deutschland will morgen das unabhängige Kosovo völkerrechtlich anerkennen. Ein entsprechender Punkt steht auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts. Die USA, Frankreich, Großbritannien, Australien und Afghanistan haben diesen Schritt bereits vollzogen, weitere Staaten wie Österreich wollen folgen, andere Länder wie Spanien lehnen die Unabhängigkeit des Kosovo ab. Im Uno-Sicherheitsrat scheiterte Serbien mit seinem Versuch, die Abspaltung seiner bisherigen Provinz für ungültig erklären zu lassen .
Noch heute will der EU-Außenbeauftragte Javier Solana das Kosovo besuchen. Er werde dort mit Präsident Fatmir Sejdiu und Ministerpräsident Hashim Thaci zusammentreffen, teilte sein Büro in Brüssel mit. Erst gestern hatten die EU-Außenminister die Unabhängigkeitserklärung des Kosovos in einer gemeinsamen Erklärung zur Kenntnis genommen.
ffr/dpa/AFP/ddp/AP
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