Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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22.02.2008
 

Kampf gegen PKK

Türkei startet Bodenoffensive im Nordirak - 10.000 Soldaten beteiligt

Die türkischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine massive Bodenoffensive gegen kurdische Rebellen im Nordirak begonnen. Berichten zufolge sind 10.000 Soldaten an der Operation beteiligt. Die USA zeigten sich beunruhigt über die türkische Offensive.

Ankara- Nach Angaben der türkischen Armee haben die Truppen bereits gestern Abend die Grenze zum Irak überschritten und sollten so bald wie möglich zurückkehren, wenn sie ihren Auftrag erfüllt hätten. Die Aktion richte sich einzig gegen die verbotene Arbeitspartei Kurdistans (PKK), und nicht gegen die nordirakischen Kurden, betonte der Generalstab.

Türkischer Panzer nahe der irakischen Grenze: Kampf gegen PKK-Rebellen
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REUTERS

Türkischer Panzer nahe der irakischen Grenze: Kampf gegen PKK-Rebellen

Die Militärführung messe der territorialen Integrität und Stabilität des Iraks große Bedeutung bei. An der Militäroperation sind türkischen Medienberichten rund 10.000 Soldaten beteiligt. Der private türkische Fernsehsender NTV berichtet, die Bodentruppen seien bereits 10 Kilometer weit in den Irak eingedrungen.

Unterdessen erklärte die irakische Regierung, sie habe keine Kenntnis über die türkische Offensive.

Der türkische Außenminister Ali Babacan hatte Anfang der Woche erklärt, die Möglichkeit einer Bodenoffensive liege auf dem Tisch. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan brachen am Dienstag rund 100 Militärfahrzeuge von der Stadt Cizre in Richtung irakische Grenze auf.

Die USA haben die Berichte über die türkische Offensive bestätigt - und sich gleichzeitig von ihrem engen Verbündeten Türkei distanziert. Der Einmarsch sei nicht die beste Nachricht, sagte Matthew Bryza, Staatssekretär im US-Außenministerium, heute in Brüssel. Die Bodenoffensive gegen kurdische Rebellen bedeute eine neue Eskalationsstufe in dem Konflikt. Bryza betonte, dass die USA wie versprochen eng mit der türkischen Regierung zusammengearbeitet hätten, um eine Invasion zu verhindern. Die US-Geheimdienste liefern der Türkei Informationen über Stützpunkte der kurdischen PKK-Rebellen im Nordirak.

US-Präsident George W. Bush hatte seinen Nato-Partner Anfang November in hektischen Verhandlungen von einer Bodenoffensive im Irak abgehalten, aber akzeptiert, dass Heer und Luftwaffe Vorstöße in das Nachbarland unternehmen.

Die Türkei fliegt seit Mitte Dezember Luftangriffe gegen mutmaßliche Lager der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Nordirak. Das Parlament in Ankara hatte der Regierung im Oktober grünes Licht für grenzüberschreitende Militäreinsätze gegen die PKK gegeben. Die PKK hat aus den Kurdengebieten im Irak mehrfach tödliche Angriffe auf türkische Truppen gestartet.

Ankara wirft der autonomen kurdischen Regierung im Nordirak vor, nicht ausreichend gegen die PKK-Rebellen vorzugehen, die die Grenzregion als Rückzugsgebiet für ihren Kampf gegen die Regierung in Ankara nutzen. Im Konflikt zwischen PKK und türkischer Armee sind seit 1984 mehr als 37.000 Menschen getötet worden. Die Türkei, die EU und die USA stufen die PKK als terroristische Organisation ein.

anr/dpa/Reuters/AP/AFP

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