Nach gut hundert Tagen hatte Sarkozy schon mehr Fettnäpfchen erwischt als mancher Politiker in Jahrzehnten. Mit einem deftigen Begriff brachte er die Diplomaten seines Landes gegen sich auf: Sarkozy hatte sie im Wahlkampf als "Feiglinge" bezeichnet. Autorin Yasmina Reza zitiert ihn folgendermaßen in ihrem Buch über die Wahlkampagne des Präsidenten: "Es ist sehr wichtig, sich des Quai d'Orsay zu entledigen", soll Sarkozy gesagt haben. "Ich verachte diese Typen. Das sind Feiglinge. Wenn man feige ist, denkt man nicht nach."
Umgehend ließ der Präsident um Verständnis bitten. Er bringe den Diplomaten "viel Respekt" entgegen, sagte die Außenstaatssekretärin Rama Yade im Fernsehsender i-tele. "Ich denke, dass die Welt der Botschafter Nicolas Sarkozy das nicht übel nehmen darf", so Yade. Schließlich habe sich Sarkozy in einem "sehr brutalen" Wahlkampf befunden. "Ich habe ihn Mitarbeiter schon oft schlecht behandeln sehen, und am nächsten Tag hat er sie dann in die Arme genommen oder nach der Präsidentschaftswahl befördert."
Ob ihm die Gescholtenen den Ausfall verziehen, sagte sie nicht.
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