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27.02.2008
 

Clintons Versprecher

"Äh - Med - äh - Meddewedde, Neverdever"

Hillary Clinton hält ihrem Rivalen Barack Obama gern seine Unerfahrenheit in der Außenpolitik vor. Doch im TV-Duell gegen ihren Rivalen kam die ehemalige First Lady mächtig ins Schleudern, als sie den Namen des künftigen russischen Staatschefs nennen sollte.

Washington - Nach fast 75 Minuten hatten die Zuschauer beim TV-Duell der Demokraten auf der Bühne der "Cleveland State University" endlich etwas zu lachen. Bis dahin war es in der Debatte zwischen Barack Obama und seiner Rivalin Hillary Clinton um eher unaufregende und spröde Themen wie die Gesundheitspolitik und die Nafta gegangen, das umstrittene Freihandelsabkommen der USA mit Mexiko und Kanada.

Doch dann kamen die beiden Moderatoren des Duells, die Journalisten Brian Williams und Tim Russert, zur Außenpolitik. Es geht ihnen um die Präsidentschaftswahl in Russland, wo am Sonntag der Nachfolger von Kreml-Chef Wladimir Putin gewählt wird. Die Wahl von Dmitrij Medwedew steht dabei so gut wie fest, und zuerst darf sich Clinton über den künftigen Präsidenten auslassen.

Clinton beschreibt ihn dabei als Marionette Putins. Sie zweifle nicht daran, dass die Entscheidungen weiterhin von Putin getroffen werden, "obwohl eine andere Person, die als Präsident bezeichnet wird, die Treffen abhalten wird".

Dann nimmt das Verhängnis für Hillary Clinton seinen Lauf: "Wer wird das sein? Kennen Sie denn auch seinen Namen?" wird sie von Moderator Russert gefragt. Clinton setzt an: "Äh - Med - äh - Meddewedde, Neverdever, wie auch immer, ja", bricht es schließlich nur aus ihr hervor - das Publikum lacht über ihre Probleme, Medwedew richtig auszusprechen.

Obama, der in den Umfragen bei den Demokraten zurzeit in Führung liegt, verfolgt den Patzer seiner Rivalin gelassen. Auf die Frage des Moderators, was ihm zu Medwedew einfällt, sagt er: "Senatorin Clinton spricht sehr akkurat über ihn." Auf das laute Lachen im Publikum reagiert er nicht. Doch er dürfte den Versprecher mit Genugtuung registriert haben.

Denn Hillary Clinton hatte dem Senator aus Illinois zuletzt vorgehalten, wie unerfahren er doch in der Außenpolitik sei. Er mache Versprechen, die "gut klingen, den außenpolitischen Praxistest aber nicht bestehen", sagte sie etwa am Montag in Washington. "Bei mir muss das amerikanische Volk nicht rätseln, ob ich die Themen beherrsche oder ob ich mich auf meine Berater verlassen muss, um mich mit der Weltpolitik vertraut zu machen."

Seit dem Auftritt in Cleveland dürften sich die Anhänger der Demokraten vor den entscheidenden Vorwahlen in Texas und Ohio darüber nicht mehr so sicher sein.

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