Kopenhagen - Der sudanesische Handelsboykott gegen Dänemark könnte für das afrikanische Land ein finanzielles Nachspiel haben. Die Regierung in Kopenhagen kündigte an, einen Schuldenerlass für den Sudan zu blockieren. Rund zwei Milliarden Kronen (268 Millionen Euro) Schulden könnten unter diesen Umständen nicht erlassen werden, erklärte die Ministerin für Auslandshilfe, Ulla Törnäs, heute. Eine zuvor erwogene Kürzung dänischer Hilfsgelder lehnte sie jedoch ab, da dies nur die Schwächsten im Land schlechter stelle, nicht aber die Regierung.
Die Ministerin bestellte den Botschafter ein, nachdem Präsident Omar al-Baschir gestern vor Zehntausenden Demonstranten in Khartum zu einem weitgehenden Boykott Dänemarks aufgerufen hatte.
Der Sudan ist einer der größten Empfänger von dänischer Entwicklungshilfe. Bis 2009 sind derzeit Entwicklungs- und Hilfsprogramme von bis zu 500 Millionen Kronen (67 Millionen Euro) geplant.
Der Sudan protestierte gegen die neuerliche Veröffentlichung der umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed in Dänemark. Große dänische Zeitungen hatten Mitte Februar unter anderem wieder eine umstrittene Karikatur des Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban veröffentlicht. Sie reagierten damit auf die Aufdeckung von Mordplänen gegen den Zeichner Kurt Westergaard. Die Veröffentlichung rief wie schon vor zwei Jahren heftige Proteste in der islamischen Welt hervor.
hen/AP/dpa
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