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02.03.2008
 

Kriegsdrohung

Chávez schickt Panzer an Kolumbiens Grenze

Säbelrasseln in Südamerika: Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat tausende Soldaten samt Panzern an die Grenze zu Kolumbien beordert. Sollten die Kolumbianer bei der Rebellenjagd die Grenze überschreiten, sei dies "Grund für einen Krieg", tönte Chávez.

Berlin - "Herr Verteidigungsminister, verlegen sie sofort zehn Bataillone an die Grenze zu Kolumbien, Panzerbataillone", sagte Chávez heute in seiner wöchentlichen Fernseh-Ansprache. Zudem solle die Luftwaffe mobilisiert werden.

Venezuelas Präsident Chávez: "Verlegen Sie sofort zehn Bataillone an die Grenze"
AFP

Venezuelas Präsident Chávez: "Verlegen Sie sofort zehn Bataillone an die Grenze"

Grund für Chávez' Anweisungen: Kolumbianische Truppen hatten gestern den Vize-Chef und weitere Mitglieder der marxistischen Rebellengruppe Farc getötet - und dabei die Grenze nach Ecuador überschritten. Chávez hatte bereits gestern die Grenzverletzung scharf kritisiert und gesagt, sollten die Kolumbianer auch Venezuelas Grenze überschreiten, sei dies "Grund für einen Krieg".

Heute äußerte Chávez sein Bedauern über den Tod Reyes', den er einen "guten Revolutionär" nannte. Er drohte, Kampfflugzeuge nach Kolumbien zu schicken, falls die Truppen des Nachbarlandes auf venezolanischem Gebiet aktiv würden. Auch ließ er die venezolanische Botschaft in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota schließen und alle Angestellten zurückbeordern.

Chávez, der sich als Antipode der USA im Ringen um Einfluss in Südamerika sieht, nannte Kolumbiens US-freundliche Regierung einen "terroristischen Staat" und den konservativen Präsidenten Alvaro Uribe einen "Kriminellen". Zugleich betonte er aber: "Wir wollen keinen Krieg".

Kolumbien hatte gestern mitgeteilt, Reyes und 16 weitere Rebellen im Grenzgebiet zu Ecuador auf dem Terrain des Nachbarlandes getötet zu haben. Dabei habe Kolumbien das Lager der Rebellen auch aus der Luft angegriffen. Die Farc kontrolliert Teile des kolumbianischen Regenwaldgebiets und hat zahlreiche Geiseln genommen, darunter auch die französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt. Auf Vermittlung von Chávez waren zuletzt bei zwei Aktionen mehrere Geiseln freigekommen.

cvo/Reuters/AFP

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