Moskau - Süd-Ossetien hat nach der Kosovo-Unabhängigkeit die Vereinten Nationen, die Europäische Union (EU) und an Russland aufgefordert, seine staatliche Souveränität nun auch anzuerkennen. "Der Präzedenzfall Kosovo hat uns veranlasst, aktiver unsere Rechte einzufordern", sagte ein Sprecher des Separatistenführers Eduard Kokoiti.
Das Kosovo hatte sich am 17. Februar einseitig für unabhängig von Serbien erklärt. Mehrere Staaten des Westens haben es als neuen Staat anerkannt, zugleich aber erklärt, dass damit kein Präzedenzfall für andere Gebiete geschaffen sei. Diese Position wird von den nach Unabhängigkeit strebenden Völkern, die einst zur Sowjetunion gehörten, als heuchlerisch bezeichnet.
Zu ihnen gehören neben Süd-Ossetien auch Abchasien, das ebenfalls Teil Georgiens war, die aserbaidschanische Region Berg-Karabach sowie das von Moldawien abgespaltene Transnistrien. Sie sind alle international nicht anerkannt. In der russischen Föderation streben die Tschetschenen nach Unabhängigkeit.
Russland hatte sich gegen die Anerkennung des Kosovo ausgesprochen und gewarnt, dass damit hinsichtlich der separatistischen Bestrebungen in Europa "die Büchse der Pandora" geöffnet worden sei.
Slowenien erkennt Kosovo an
Als erste ehemalige Teilrepublik Jugoslawiens hat EU-Ratspräsident Slowenien heute das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Das Parlament stimmte mit 57 zu vier Stimmen zugunsten des Kosovo. "Das ist keine Entscheidung gegen Serbien", sagte Außenminister Dimitrij Rupel vor der Parlamentsentscheidung. Damit haben bisher weltweit 25 Staaten - davon 15 EU-Mitglieder - das Kosovo anerkannt.
Serbien hat mit nicht näher genannten Maßnahmen gegenüber den Staaten gedroht, die sich auf die Seite der Kosovo-Albaner stellen. Slowenien unterhält starke Wirtschaftsbeziehungen zu dem Balkan-Staat. Slowenien gehörte bis 1991 wie Serbien zu Jugoslawien. 2004 trat das Land der Nato und der EU bei und wurde im vergangen Jahr der erste ehemals kommunistische Staat, der den Euro einführte.
asc/Reuters
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