Peking - Es soll eine großartige Werbung für das asiatische Riesenreich werden, doch jetzt bekommen die chinesischen Behörden Probleme: Anfang August werden in Peking die Olympischen Sommerspiele eröffnet - und gegen die gibt es immer mehr Widerstand. Nach eigenen Angaben hat die chinesische Regierung jetzt sogar Anschlagspläne gegen die Spiele aufgedeckt. Extremisten aus der mehrheitlich muslimischen Region Xinjiang im Nordwesten des Landes hätten einen Anschlag auf die Spiele vorbereitet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua heute unter Berufung auf den Chef der Kommunistischen Partei in Xinjiang, Wang Lequan.
Bei einem Polizeieinsatz Ende Januar seien zwei Verdächtige in Urumqi, der Hauptstadt der Region, getötet worden. 15 weitere Verdächtige seien festgenommen worden. Sie hatten die Polizisten bei einer Razzia mit selbstgebastelten Handgranaten attackiert und fünf Beamte verletzt. "Offensichtlich hat die Bande einen Anschlag auf die Olympischen Spiele geplant", sagte Wang Lequan. Er kündigte ein "resolutes Vorgehen" gegen die "Terroristen, Saboteure und Sezessionisten" an.
Ein Großteil der 20 Millionen Einwohner der Provinz Xinjiang gehört muslimischen Minderheiten an, die von Peking Autonomie fordern. "Die Olympischen Spiele im August sind ein wichtiges Ereignis, aber es finden sich immer Menschen, die sich verschwören, um zu sabotieren", sagte der örtliche Parteichef Wang Lequan. Nach Angaben von Xinhua standen die Verdächtigen in Verbindung mit einer von den Vereinten Nationen als terroristisch eingestuften Organisation, der Islamischen Bewegung Ostturkistan (Etim).
Zugleich erklärten die chinesischen Behörden, am Freitag sei ein Anschlag auf ein Flugzeug auf dem Weg von Urumqi nach Peking vereitelt worden. Die Maschine der Linie China Southern Airlines musste laut Xinhua notlanden, weil "bestimmte Menschen versuchten, eine Katastrophe in der Luft zu verursachen". Die Besatzung habe die Angreifer jedoch überwältigen können, und alle Passagiere seien unbeschadet davon gekommen, erklärte der Chef der Regionalregierung, Nur Bekri. Weitere Details zu dem Vorfall sind bislang nicht bekannt.
sam/AFP/sid
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