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09.03.2008
 

Nahost-Konflikt

Terror soll Gespräche nicht behindern

Trotz des jüngsten Anschlags wollen Israelis und gemäßigte Palästinenser weiter verhandeln. Die islamistische Hamas will allerdings die Raketenangriffe nicht beenden. Eine Waffenruhe im Gaza gebe es nicht, so die Organisation.

Jerusalem - Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat sagte heute, die Gespräche sollten am Donnerstag fortgesetzt werden. Zudem werde der US-Vermittler William Fraser erwartet, der die Umsetzung des Nahost-Friedensplans Road Map überprüfen wolle.

Die radikal-islamische Hamas bezeichnete die Friedensgespräche mit Israel am Sonntag als "Verrat, weil sie die palästinensische Sache aufgeben". Bislang hätten Verhandlungen mit Israel nicht einmal die minimalsten Hoffnungen der Palästinenser erfüllen können, betonte Hamas-Sprecher Muschir al-Masri. Er forderte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf, die "nutzlosen Verhandlungen zu stoppen, die dem Feind ein Deckmäntelchen verleihen, hinter dem er den Terror fortsetzen kann". Hamas dementierte zudem israelische Medienberichte über eine Waffenruhe im Gaza-Streifen. Man könne die Raketenangriffe auf Israel nicht beenden, solange Israel nicht "alle Formen der Aggression und der Verbrechen" unterlasse, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri.

Palästinensischer Jugendlicher im Gaza-Streifen: Kein Ende der Gewalt in Sicht
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AP

Palästinensischer Jugendlicher im Gaza-Streifen: Kein Ende der Gewalt in Sicht

Abbas hatte die im Januar wieder aufgenommenen Friedensgespräche mit Israel ausgesetzt, da bei Einsätzen des israelischen Militärs im Gaza-Streifen binnen einer Woche mehr als 125 Palästinenser getötet wurden. Während des Besuchs von US-Außenministerin Condoleezza Rice erklärte er sich am Mittwoch zu einer Wiederaufnahme der Gespräche bereit. Bei einem Terroranschlag eines Palästinensers auf eine jüdische Religionsschule in Jerusalem wurden am Donnerstag acht Israelis getötet.

Papst Benedikt XVI. rief erneut zum Frieden in dem Krisengebiet auf. "Ich rufe Israelis und Palästinenser dazu auf, weiter ihr Vorhaben zu verfolgen, durch Verhandlungen eine friedliche und gerechte Zukunft für ihre Völker zu schaffen", sagte das katholische Kirchenoberhaupt heute nach dem Angelus-Gebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Gewalt und Schrecken hätten das Heilige Land erneut in Blut getränkt "und die Spirale von Zerstörung und Tod genährt, die kein Ende zu haben scheint".

Ein israelischer Soldat starb unterdessen wenige Tage nach einem Bombenanschlag am Rande des Gaza-Streifens auf eine Patrouille. Der 20-Jährige sei heute in einem Krankenhaus in Beerschewa seinen Verletzungen erlegen, sagte eine israelische Armeesprecherin. Der junge Soldat war am Donnerstag verletzt worden, als ein von militanten Palästinensern gelegter Sprengsatz am Grenzzaun zum Gaza-Streifen explodierte. Ein zweiter Soldat war direkt bei dem Anschlag ums Leben gekommen.

sev/dpa

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