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13.03.2008
 

Foltervorwürfe

Pentagon filmte Verhör von Terrorverdächtigen

Das US-Verteidigungsministerium hat erstmals offiziell das Filmen von Verhören von Terrorverdächtigen zugegeben. Dem Pentagon liegen nach einem Bericht der "New York Times" rund 50 Videobänder vor.

Washington - Das Pentagon ist im Besitz von 50 Videobändern, auf denen Verhöre von zwei Terrorverdächtigen zu sehen sind. Das US-Verteidigungsministerium habe offiziell das Filmen von Verhören von Terrorverdächtigen zugegeben, berichtet die "New York Times". Das Blatt beruft sich auf einen Militärsprecher.

Inhaftierter in Guantanamo: Verhöre gefilmt
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AP

Inhaftierter in Guantanamo: Verhöre gefilmt

Nur in einem Fall sei der bei der Vernehmung laut singende Verdächtige härter angefasst worden, als ihm der Mund mit Klebeband verschlossen wurde. Hinweise auf Folter seien jedoch nicht zu sehen.

Nach der im Dezember vergangenen Jahres bekanntgewordenen Affäre um zerstörte Videomitschnitte des Geheimdienstes CIA von "harschen" Verhören mutmaßlicher Terroristen habe das Pentagon im Januar eine groß angelegte Suche nach möglichen Aufnahmen eingeleitet. Es sei in allen Militäreinrichtungen vom Irak bis zum Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba nach Filmmitschnitten geforscht worden. Zurzeit scheine es, dass seit 2001 nur ein kleiner Teil der Zehntausenden Verhöre weltweit mitgeschnitten wurden, berichtet die "New York Times". Die US-Bundespolizei FBI hatte in den vergangenen Jahren harsche Praktiken von Ermittlern in Guantanamo dokumentiert.

Die CIA darf weiter umstrittene Verhörmethoden anwenden, zu denen auch das berüchtigte Waterboarding, das simulierte Ertränken, gehört. Gegner der Methode hatten am Dienstag im Repräsentantenhaus eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt, die das Veto von US-Präsident George W. Bush gegen ein gesetzliches Verbot aufgehoben hätte.

Im Senat und im Abgeordnetenhaus war das sogenannte Anti-Folter-Gesetz bereits verabschiedet worden. Präsident Bush hatte den Gesetzesentwurf jedoch abgelehnt, da er der CIA im Kampf gegen "abgehärtete Terroristen" die Hände binden würde.

Die Bush-Regierung hatte nach den Anschlägen des 11. September 2001 ein geheimes Inhaftierungs- und Verhörprogramm entwickelt, das den Geheimdiensten im Gegensatz zum Militär den Gebrauch von härteren Methoden bei Verhören von Terrorverdächtigen erlaubt. Mit dem Gesetz sollte die CIA verpflichtet werden, den strengen Verhörvorschriften des US-Verteidigungsministeriums zu folgen.

als/dpa

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