Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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21.03.2008
 

Erfolg bei Gipfeltreffen

Verhandlungen über Wiedervereinigung Zyperns vereinbart

Erster Durchbruch nach langem Streit: Der griechische und türkische Teil von Zypern wollen ihre Verhandlungen über eine Wiedervereinigung erneut aufnehmen. Das vereinbarten die Staatschefs - und einigten sich auf eine Öffnung der symbolisch wichtigen Ledra-Straße in Nikosia.

Nikosia - Annäherung auf der seit 34 Jahren geteilten Insel: Der neue griechisch-zyprische Präsident Dimitris Christofias und Mehmet Ali Talat, politischer Führer der türkischen Nordzyprer, vereinbarten neue Vereinigungsgespräche. Außerdem einigten sie sich auf die Öffnung der Ledra-Straße in der Altstadt von Nikosia. Sie war zu einem Symbol für die Teilung der Insel geworden. "Es ist eine neue Ära", sagte Talat.

Grenzübergang in Nikosia: "Brandenburger Tor" Zyperns
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REUTERS

Grenzübergang in Nikosia: "Brandenburger Tor" Zyperns

Der Grenzübergang an der Ledra-Straße in Nikosia gilt als "Brandenburger Tor" Zyperns. Die Straße verbindet den türkischen mit dem griechischen Teil der Hauptstadt. Die Öffnung wird allerdings noch einige Tage dauern, weil beschädigte Gebäude befestigt werden müssen. Sie waren während der ethnischen Unruhen 1963 bis 1974 schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die türkischen Truppen sollen nun aus der rund 50 Meter breiten Pufferzone abgezogen werden, die Bürger können sich dann ungehindert zwischen dem Norden und dem Süden der Stadt bewegen.

Bislang gibt es im geteilten Zypern fünf Übergangsstellen, über die griechische und türkische Zyprer die jeweils andere Seite besuchen können. Doch keine liegt so zentral wie die Ledras-Straße, die bis zu den ersten Zusammenstößen zwischen Türken und Griechen 1963 die beliebteste Einkaufsstraße der Hauptstadt war.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Damals waren türkische Truppen im Nordteil der Insel einmarschiert. Seit 2004 gehört Zypern zur Europäischen Union. Allerdings gilt das EU-Regelwerk faktisch nur im griechischen Süden - obwohl Brüssel die gesamte Insel als Teil der Europäischen Union betrachtet. Im Norden liegt die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Zwischen beiden Teilen befindet sich eine Pufferzone, die von der Uno verwaltet wird.

"Wir haben zyprischen Kaffee getrunken"

Die Führer der griechischen und der türkischen Volksgruppe Zyperns trafen sich am Freitag in der Uno-Pufferzone in der Nähe des seit langem aufgegebenen Flughafens von Nikosia. Als Moderator nahm Michael Möller teil, der Uno-Sonderbeauftragte für Zypern.

Bei den Gesprächen ging es darum, Möglichkeiten zur Überwindung der Teilung zu sondieren. Formelle Verhandlungen über die Zukunft der Mittelmeerinsel sollen spätestens in drei Monaten aufgenommen werden. Sie sollen unter Leitung des Uno-Generalsekretariats stattfinden.

Der Reformkommunist Christofias, der am 24. Februar die Präsidentenwahl in Zypern gewonnen hatte, ist auch bei den türkischen Zyprern populär und gilt als Hoffnungsträger für eine baldige Überwindung der Teilung. Während der Amtszeit seines Vorgängers Tassos Papadopoulos waren die Zypern-Gespräche ins Stocken geraten.

Christofias meinte nach dem Treffen: "Wir haben heute zyprischen Kaffee getrunken." Er spielte damit darauf an, dass beide Seiten eine innerzyprische und nicht eine vom Ausland diktierte Lösung suchen wollten.

Die Bürger jubeln - Experten warnen

Die Bewohner Zyperns reagierten auf die Nachricht von der Wideraufnahme der Gespräche begeistert. "Ich kann es kaum glauben", sagte ein grauhaariger Bewohner von Nikosia. "Ich spielte vor 40 Jahren als Kind mit einigen türkischen Zyprern auf der anderen Seite der Straße", sagte ein anderer aus dem griechischen Teil. Die griechisch-zyprische Zeitung "Phileleftheros" kommentierte auf ihrer Internetseite: "Es wurde ein Fenster zum Frühling geöffnet."

Experten warnen allerdings vor allzu großer Begeisterung. "Gespräche zur Überwindung der Teilung fangen fast immer so an. Sie sind bislang jedoch immer gescheitert", sagte ein Uno-Diplomat hinter vorgehaltener Hand.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) begrüßte das Treffen am Freitag als ein "ermutigendes Zeichen". Es unterstreiche die Bereitschaft beider Seiten zu einer Aussöhnung. "Die Beseitigung der trennenden Mauer mitten im Herzen Nikosias - das ist auch über Zypern hinaus ein Schritt mit hoher Symbolkraft", sagte Steinmeier.

ploe/wal/dpaAP/AFP

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