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28.03.2008
 

Rüstungsaffäre

Alte Waffen für Afghanistan - Ausschuss prüft Pentagon-Deal

Eine vom Pentagon beauftragte US-Firma hat über 40 Jahre alte Waffen und Munition nach Afghanistan geliefert. Der Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses will jetzt die Hintergründe des 300-Millionen-Dollar-Deals aufklären.

Washington - Der zentrale Untersuchungsausschuss schaltet sich um den Skandal um eine für das Pentagon tätige Waffenfirma aus Florida ein. In einer Anhörung am 17. April werde es darum gehen, wie es zu der Auftragsvergabe an das Unternehmen AEY kam, kündigte Ausschusssprecher Henry A. Waxman von den Demokraten an.

Die "New York Times" hatte berichtet, dars vom US-Verteidigungsministerium beauftragte Unternehmen habe über 40 Jahre alte Waffen und Munition aus dem Ostblock nach Afghanistan geliefert. Das Vertragsvolumen habe 300 Millionen Dollar (rund 190 Millionen Euro) betragen.

Die Firma mit dem Namen AEY, die von dem 22-jährigen Efraim E. Diveroli in Miami geführt wurde, sei einer der Hauptlieferanten von Munition für die afghanische Armee und Polizei gewesen. Die US-Streitkräfte hätten die Zusammenarbeit mit dem Waffenhändler inzwischen aufgekündigt.

Teile der Munition, die AEY Inc. aus Lagerbeständen ehemaliger Warschauer-Pakt-Staaten zusammengekauft hatte, waren bereits zur Vernichtung durch die Nato oder US-Stellen vorgesehen, da sie unzuverlässig und veraltet waren. Amerikanische und afghanische Kommandeure hätten sich über die Qualität der Munition beklagt, berichtet die "New York Times". Der Chef des Unternehmens bestritt in einem Telefoninterview jegliches Fehlverhalten.

Die afghanischen Sicherheitskräfte sind noch weitgehend mit Waffen aus sowjetischer Produktion ausgerüstet. Seit 2006, als die Kämpfe in Afghanistan gegen das Terrornetz al-Qaida und die radikal-islamischen Taliban an Intensität zugenommen haben, hängt das afghanische Militär immer mehr von US-Lieferungen ab.

Die USA schalteten in den Waffenhandel zunehmend private Firmen ein. In diesem Zusammenhang trat auch die Firma AEY auf den Plan. Einige der Mittelsmänner und der Firmen, die für AEY Inc. arbeiteten, standen auf einer US- Regierungsliste über verdächtige illegale Waffenhändler.

Zu der Anhörungwill der Untersuchungsausschuss Firmenchef Diveroli und hohe Pentagon-Angehörige laden.

als/dpa

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