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28.03.2008
 

Polen

Ganz eng an der Seite der USA

Von Jan Puhl

Polen zeigt sich als verlässlicher Partner der USA: Demnächst schickt Warschau 400 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan. Und auch bei der geplanten neuen Ost-Erweiterung der Nato steht Warschau an Washingtons Seite - Georgien und die Ukraine sollen in die Nato.

Hamburg - Polen und die Tschechische Republik machen seit Jahren einen Spagat zwischen den Nato-Bündnispartnern in Europa und den USA: Auf der einen Seite treiben sie mit Washington die Verhandlungen über den Raketen-Abwehrschirm voran – die Verträge darüber mit Prag und Warschau sollen praktisch unterschriftsreif sein.

Auf der anderen Seite bemüht sich vor allem Polen, sich als vollwertiger Nato-Partner zu profilieren. Demnächst sollen 400 zusätzliche Soldaten von der Weichsel an den Hindukusch geflogen werden. Das polnische Kontingent wächst damit auf 1600 Bewaffnete.

Mit Verwunderung blicken viele Polen auf ihre deutschen Waffenbrüder in Afghanistan: Zwar haben die Deutschen mit mehr als 20 Mann schon deutlich höhere Verluste als die Kämpfer mit der weiß-roten Flagge zu verzeichnen, doch eiert Berlin bisher um Kampfeinsätze herum.

Deutsch-polnische Gegensätze gibt es auch auf anderen sicherheitspolitischem Terrain: Polen möchte unbedingt die Ukraine und Georgien an die Nato heranführen und am sogenannten "Membership Action Plan" (MAP) teilhaben lassen – einer Art Vorstufe zur Mitgliedschaft. Die Nato-Mitgliedschaft war auch für Polen "Eintrittskarte in den Westen", die östlichen Nachbarn sollen so davon abgehalten werden, sich strategisch nach Osten zu orientieren.

Doch Berlin sagt Nein: Offiziell lautet die Begründung, in der Ukraine sei nur eine Minderheit der Menschen von rund 25 Prozent für einen Beitritt zum westlichen Bündnis. Warschauer Politiker vermuten jedoch, dass vorauseilender Gehorsam gegenüber Russland der wahre Grund für die Berliner Einwände ist.

Und dass auch im Jahre 17 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch Rücksicht auf russische Großmacht-Phantasien genommen wird, will in dem ehemaligen Warschauer-Pakt-Staat Polen niemand akzeptieren. "Wir sind gegen ein geostrategisches Denken in Einflusssphären", sagt Lukasz Kulesa, sicherheitspolitischer Experte im regierungsnahen Polnischen Institut für Internationale Angelegenheiten. Er rechnet damit, dass der Ukraine auf dem Gipfel Gesprächsbereitschaft signalisiert, jede feste Zusage über eine Mitgliedschaft aber aufgeschoben werden wird.

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