London - Zahlreiche britische Soldaten müssen sich weiter gedulden: Angesichts der jüngsten schweren Kämpfe in Basra hat Großbritannien den geplanten Rückzug von Teilen seiner Truppen aus dem Irak gestoppt. Der eigentlich für die nächsten Wochen vorgesehene Heimkehr Hunderter weiterer Soldaten aus dem Gebiet der südirakischen Öl- und Hafenmetropole Basra sei auf Eis gelegt worden, erklärte Verteidigungsminister Des Browne im Unterhaus.
Großbritannien hat derzeit noch 4100 Militärangehörige im Irak stationiert, fast alle im Gebiet des Flugplatzes außerhalb von Basra.
Premierminister Gordon Brown hatte im vergangenen Oktober die schrittweise Reduzierung der Truppenstärke auf 2500 Mann mit Beginn des Frühjahres angekündigt.
Diese Pläne seien vor dem Ausbruch der Kämpfe zwischen irakischen Truppen und Milizionären der Bewegung des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr und damit auf der Basis einer anderen Sicherheitseinschätzung entstanden, sagte Browne. Es sei "absolut richtig", wenn Kommandeure solche Pläne ändern, nachdem sich "die Bedingungen vor Ort geändert haben".
Schwere Gefechte zwischen den irakischen Streitkräften und verschiedenen Milizen haben seit Dienstag voriger Woche mehr als 400 Menschen das Leben gekostet. Ein Schwerpunkt der Kämpfe war die zweitgrößte irakische Stadt Basra. Die meisten der britischen Soldaten sind dort stationiert.
Vor einer weiteren Reduzierung der britischen Streitkräfte im Irak sollten die USA und die irakische Führung konsultiert werden. Er gehe davon aus, dem Parlament Ende April eine aktuelle Lageeinschätzung geben zu können, heißt es in der Erklärung des Ministers.
Insgesamt hat die Gewalt in dem Land wieder deutlich zugenommen. Ein Sprecher der Gesundheitsbehörden in Bagdad teilte jetzt mit, im März seien landesweit etwa 950 Zivilisten getötet worden. Die Zahl der Verletzten gab er mit rund 1200 an. Hauptgrund für den Anstieg sei die Offensive der Regierung gegen die "Gesetzlosen und Öl-Schmuggler" in der Hafenstadt Basra gewesen.
hen/dpa/AP
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