Von Marc Pitzke, New York
Als weitere Einnahmequelle gaben die Clintons die Quellos Group an - eine Hedgefonds-Familie, in die sie über eine verdeckte Treuhand investierten und die seit Oktober 2007 zum New Yorker Finanzunternehmen BlackRock gehört. Im Jahr 2006 brachten diverse Quellos-Investments den Clintons 92.000 Dollar ein - wovon jedoch wieder 40.200 Dollar an Verlusten abgingen.
Auch Quellos managte seine Fonds über die Cayman Islands. Ein Bericht des US-Senats hatte das Unternehmen im Jahr 2006 deshalb wegen "Steuerflucht" schwer kritisiert: Es habe mit fiktiven Transaktionen "gefälschte Kapitalverluste in Milliardenhöhe" erzeugt, um so mehr als zwei Milliarden Dollar Steuern zu sparen.
Einer der Top-Investoren in dem Fonds war der weltgrößte Medienmogul Haim Saban, der in Deutschland durch seine vorübergehende Mehrheitsbeteiligung an ProSiebenSat.1 Schlagzeilen machte. Auch Saban hat eine Clinton-Connection: Er ist ebenfalls ein "Hillraiser". So schließt sich der Kreis.
Ein weiterer Buddy, der zu Clintons Reichtum beitrug und indirekt in der Steuererklärung auftaucht, ist der indische Geschäftsmann Vinod Gupta. Der war schon ein Wahlkampfspender der Clintons, als die noch im Weißen Haus waren und ihn dort als Gast bewirteten. Gupta war einer der vielen Clinton-Gönner, die damals im Lincoln Bedroom übernachten durften.
Gupta stellte Bill Clinton 2003 als "Berater" für seine Datenbank- und Telemarketingfirma InfoUSA an. Damit verdiente Clinton der Steuererklärung zufolge voriges Jahr 400.000 Dollar. In den Jahren zuvor waren es nach Angaben einer Shareholder-Klage, die Gupta Geldverschwendung mit solchen "Berater"-Verträgen vorwirft, sogar 3,3 Millionen Dollar.
Am lukrativsten von allem sind jedoch Bill Clintons Redeauftritte, verbucht unter seiner aktuellen Berufsangabe "Speaking & Writing": Mit insgesamt fast 52 Millionen Dollar - davon zehn Millionen Dollar allein im vorigen Jahr - machten sie gut die Hälfte der Einnahmen aus.
Das ist viel Geld für Einstunden-Engagements. Vor allem, da Clinton diese Reden kaum alleine schrieb: Von 2001 bis 2003 setzte er 332.000 Dollar für Ghostwriter von der Steuer ab.
Und dann die lukrativen Buch-Deals: rund 30 Millionen Dollar für ihn, 10,5 Millionen Dollar für sie. Allein für seine Memoiren "Mein Leben" bekam Bill Clinton, wie die Steuererklärung erstmals enthüllt, von der Bertelsmann-Tochter Alfred A. Knopf 15 Millionen Dollar Vorschuss plus 23,3 Millionen Dollar Tantiemen. Hillary Clinton verdiente mit ihren Memoiren "Gelebte Geschichte" 10,3 Millionen Dollar, der Rest des Erlöses kam aus ihrem früheren Buch "Eine Welt für Kinder".
10,3 Millionen Dollar meldeten die Clintons als Spenden für "wohltätige Zwecke" an: Das wären 9,5 Prozent ihres Einkommens - eine Rate, die fast doppelt so hoch ist wie die fünf Prozent, die Clinton selbst in seinem jüngsten Charity-Buch "Giving" als Messlatte für wohlhabende Amerikaner empfohlen hatte.
Ironisches Detail am Rande: Den Löwenanteil ihrer Spenden steckten die Clintons in ihre eigene Familienstiftung, die diese Gelder wiederum weiterverteilte. Unter den Begünstigten der Stiftung: die United Church of Christ - die Mutterkirche der Chicagoer Gemeinde, in der Barack Obamas umstrittener Ex-Pastor Jeremiah Wright gepredigt hatte.
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