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25.04.2008
 

Nahost

Israels Uno-Botschafter bezeichnet Ex-US-Präsidenten Carter als "Fanatiker"

Es ist ein schwerer Vorwurf: Israels Uno-Botschafter hat den ehemaligen US-Präsidenten Carter einen "Fanatiker" genannt. Der Friedensnobelpreisträger hatte sich bei seinem jüngsten Nahost-Besuch auch mit Vertretern der radikalislamischen Hamas getroffen.

New York - Für den israelischen Uno-Botschafter Dan Gillerman gibt das Treffen des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter mit der Führung der Hamas Anlass zu schärfster Kritik. Einen Fanatiker - "a bigot" - nennt er Carter. Dies sei eine "sehr traurige Episode in der amerikanischen Geschichte", sagte Gillerman am Donnerstag vor Journalisten in New York.

US-Politiker Carter: Für Israels Uno-Botschafter Gillerman ist er ein "Fanatiker"
AFP

US-Politiker Carter: Für Israels Uno-Botschafter Gillerman ist er ein "Fanatiker"

Friedensnobelpreisträger Carter war vergangenen Freitag in Damaskus mit Chaled Meschaal, dem Politbüro-Chef der Hamas, zusammengetroffen. Carter betonte, es habe sich um kein Vermittlungsgespräch gehandelt. Die USA und Israel hatten das Treffen bereits kritisiert. Die Regierungen sehen die Hamas als terroristische Organisation an, mit der Verhandlungen nicht möglich sind.

Carter hatte sich nach den Gesprächen sehr optimistisch gezeigt. Ihm zufolge würde die Palästinenserorganisation Israels Recht auf ein Leben in Frieden durchaus anerkennen. Die Hamas habe angedeutet, dass "sie bereit wäre, einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 zu akzeptieren, wenn die Palästinenser dies beschließen", sagte Carter. Voraussetzung sei, dass ein Friedensabkommen vereinbart und durch ein Referendum von den Palästinensern beschlossen werde. Dann sei die Hamas auch zu einer Waffenruhe im Gaza-Streifen bereit.

Doch Gillerman will das nicht gelten lassen: Carter habe als Präsident Gutes geleistet, sich nun aber zu einem Fanatiker entwickelt, kritisierte der Diplomat. Der Friedensnobelpreisträger sei bereits mit schmutzigen Händen in den Nahen Osten gereist. Zurückgekommen sei er aber "mit blutigen Händen, nachdem er Chaled Maschaal, dem Führer der Hamas, die Hand gegeben hat".

Während Carter bei Maschaal in Damaskus gewesen sei, habe die Hamas "unsere Städte angegriffen und israelische Babys verstümmelt", sagte Gillerman.

flo/AP

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