New York - Für den israelischen Uno-Botschafter Dan Gillerman gibt das Treffen des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter mit der Führung der Hamas Anlass zu schärfster Kritik. Einen Fanatiker - "a bigot" - nennt er Carter. Dies sei eine "sehr traurige Episode in der amerikanischen Geschichte", sagte Gillerman am Donnerstag vor Journalisten in New York.
US-Politiker Carter: Für Israels Uno-Botschafter Gillerman ist er ein "Fanatiker"
Carter hatte sich nach den Gesprächen sehr optimistisch gezeigt. Ihm zufolge würde die Palästinenserorganisation Israels Recht auf ein Leben in Frieden durchaus anerkennen. Die Hamas habe angedeutet, dass "sie bereit wäre, einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 zu akzeptieren, wenn die Palästinenser dies beschließen", sagte Carter. Voraussetzung sei, dass ein Friedensabkommen vereinbart und durch ein Referendum von den Palästinensern beschlossen werde. Dann sei die Hamas auch zu einer Waffenruhe im Gaza-Streifen bereit.
Doch Gillerman will das nicht gelten lassen: Carter habe als Präsident Gutes geleistet, sich nun aber zu einem Fanatiker entwickelt, kritisierte der Diplomat. Der Friedensnobelpreisträger sei bereits mit schmutzigen Händen in den Nahen Osten gereist. Zurückgekommen sei er aber "mit blutigen Händen, nachdem er Chaled Maschaal, dem Führer der Hamas, die Hand gegeben hat".
Während Carter bei Maschaal in Damaskus gewesen sei, habe die Hamas "unsere Städte angegriffen und israelische Babys verstümmelt", sagte Gillerman.
flo/AP
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