Pjöngjang/Seoul - Der olympische Fackellauf wurde in Nordkorea gut vorbereitet: Tausende Zuschauer schwenkten in der Hauptstadt Pjöngjang chinesische Flaggen und Papierblumen. Frauen in traditioneller Kleidung und Männern in westlichen Anzügen säumten mit roten Plastikblumen in den Händen die Straßen entlang der Strecke für den olympischen Fackellauf. Die Menschen hätten "Willkommen, Willkommen!" gerufen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo aus Pjöngjang.
Zuvor war die Fackel am Flughafen von Mitgliedern des nordkoreanischen Olympischen Komitees, dem chinesischen Botschafter und dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt empfangen worden.
Proteste wie zuvor in Südkorea und in anderen Staaten waren nicht zu erwarten. Es ist das erste Mal, dass ein olympischer Fackellauf auch in dem autoritär reagierten und weitgehend isolierten Land stattfindet.
Peking gilt als der einzige noch verbliebene Verbündete Pjöngjangs. Die Tatsache, dass einige "unreine Kräfte" gegen die Ausrichtung der Olympischen Spiele durch China seien, sei eine "Kampfansage an die olympische Idee", sagte der Vorsitzende des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Pak Hak Son, zum Start des Laufs.
In Südkorea war es am Sonntag trotz strengster Sicherheitsvorkehrungen zu vereinzelten Ausschreitungen zwischen pro- chinesischen und anderen Demonstranten gekommen, die gegen Pekings Tibet-Politik und Abschiebungen von nordkoreanischen Flüchtlingen in China protestiert hatten.
Die nächste Etappe des Fackellaufs ist Vietnam.
als/dpa/AP
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