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Simbabwe "Mein Land stirbt"

2. Teil: Schwere Vorwürfe gegen Mbeki

Seitdem sei die Leitung tot. Eine weiße Farmerin schreibt in einer E-Mail nach Südafrika: "Weine, mein geliebtes Land." Sie berichtet, wie marodierende Zanu-Milizen sie seit dem Wahltag immer wieder schikanierten, sie von ihrer Farm jagen wollten, sie bedrohten und einschüchterten. "Das Regime mordet, vergewaltigt, verstümmelt." Eine andere Simbabwerin berichtet: "Mein Gefühlsleben gleicht einer Achterbahn. Als Mugabes Waffenschiff gestoppt wurde, war ich himmelhoch jauchzend. Als die Ankündigung einer Stichwahl kam, war ich tief deprimiert, weil ich wusste, dass die Grausamkeiten weitergehen." Sie habe die Koffer gepackt, nachdem ihr von britischen Botschaftsmitarbeitern ein Sammelpunkt für den Fall der plötzlichen Evakuierung genannt worden sei.

Wie die Krise politisch gelöst werden kann, wissen offenbar weder Tsvangirais MDC noch Mugabes Verbündete. Tsvangirai reklamiert den Sieg in der Präsidentschaftswahl aufgrund der inoffiziellen Ergebnisse nach wie vor für sich. Er will sich bisher jedenfalls einer Stichwahl nicht stellen. Die Menschenrechtsgruppen in Daressalam kritisieren dieses Verhalten der MDC heftig. Mit ihren "überheblichen Stellungnahmen" und dem sturen Beharren, Tsvangirai habe gewonnen und werde sich keiner Stichwahl stellen, habe die MDC der Sache mehr geschadet als genützt.

Mugabes gefährliche Falken

Wenn Tsvangirai bei einer Stichwahl nicht anträte, hieße der Gewinner laut Verfassung Robert Mugabe. Er könnte das geschundene Land dann trotz der Mehrheit der MDC in Parlament und Senat mit Dekreten weiter regieren. Dabei könnte er sich wie bisher auf die "schrecklichen Sechs" stützen, die seinen inneren Zirkel bilden: den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, die Chefs von Armee und Luftwaffe, von Polizei und Gefängnisverwaltung sowie den Mann an der Spitze des Geheimdienstes.

Diese sechs Falken, so analysieren Politologen und erfahrene Journalisten in Südafrika, hätten ihn dazu getrieben, in seiner ersten Depression nach der Wahl vom 29. März nicht aufzugeben. Sie hätten ihn immer wieder in seinem grausamen Kurs gegen die eigene Bevölkerung unterstützt und seien "die wirkliche Macht hinter Mugabes Thron". Vor allem Luftwaffenmarschall Perence Shiri, einst Kommandant der berüchtigten, in Korea ausgebildeten 5. Brigade, und Oberbefehlshaber Constantine Chiwenga müssten Anklagen wegen zahlreicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit fürchten, wenn ihr Mentor Mugabe die Macht verliere.

Der renommierte simbabwische Exiljournalist Perseviarance Kakwindi fürchtet daher, dass Mugabe und seine Spießgesellen bis zuletzt um die Macht kämpfen werden. "Mugabe hat neun Leben, wie eine Katze", sagt er resigniert. Wenn das Blutvergießen in seiner Heimat weitergehe, sei dafür aber auch Südafrikas Präsident Thabo Mbeki verantwortlich. "An seinen Händen klebt das Blut eines jeden, der jetzt in Simbabwe getötet wird", klagt Kakwindi den gescheiterten Vermittler an, der in dieser Woche auch im Uno-Sicherheitsrat schärfere Maßnahmen gegen Mugabe verhindert hat. "Er hat sein Scherflein dazu beigetragen, dass dieses brutale und illegale Regime noch im Amt ist." Das sieht auch die Daressalam-Konferenz ähnlich. Eine Stichwahl in Simbabwe, so verlangen die Teilnehmer, dürfe nicht mehr von der "Entwicklungsgemeinschaft der Staaten im südlichen Afrika" (SADC) mit ihrem Vermittler Mbeki überwacht werden. "Das geht nur durch internationale Kontrolle."

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