Charleston - Aufgeben kommt für Hillary Clinton nicht in Frage. Die New Yorker Senatorin gewann die Vorwahlen der Demokraten im US-Bundesstaat West Virginia mit dem erwarteten großen Vorsprung. Nach Auszählung von 42 Prozent der Stimmbezirke kam sie auf 65 Prozent der Stimmen, ihr Rivale Barack Obama auf 28 Prozent.
Der Sieg Clintons hat aber nur eine symbolische Bedeutung, denn die frühere First Lady kann nicht mehr damit rechnen, dass sie ihren führenden Rivalen bei den verbleibenden sechs Vorwahlen bis zum 3. Juni noch überholt.
Denn in West Virginia waren lediglich 39 der 4049 Delegierten zu vergeben, die auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten im August den Kandidaten bestimmen. 28 Delegierte wurden über die Vorwahl bestimmt, elf weitere sind sogenannte Super-Delegierte, die bei ihrer Entscheidung für einen Kandidaten freie Hand haben.
Clinton gab sich dennoch weiter kampflustig. "Ich bin entschlossener als je zuvor, diese Kampagne fortzusetzen, bis alle die Chancen hatten, dass ihre Stimmen gehört werden", sagte sie vor ihren Anhängern. "Dieses Rennen ist noch nicht vorüber. Keiner von uns hat die Gesamtzahl von Delegierten, die man für einen Sieg benötigt."
Nach dem heutigen "gewaltigen Sieg steht fest, dass alle Experten falsch liegen, die behaupten, das Rennen sei gelaufen", ließ sie erklären. Die Wähler hätten laut und deutlich gesprochen. "Ich höre auf die Wähler. Lasst uns weitermachen."
In West Virginia gingen vor allem Weiße, Senioren und Arbeiter mit niedrigem Einkommen zu den Urnen - also Bevölkerungsgruppen, unter denen Clinton bislang ihre treuesten Anhänger hatte.
Obama konzentriert sich unterdessen bereits auf das Duell mit dem republikanischen Bewerber John McCain. Der Senator aus Illinois hielt sich auch nicht in West Virginia auf, sondern in Missouri - einem der Schlüsselstaaten bei der Präsidentenwahl im November.
Obama kann zwar rein rechnerisch in den Vorwahlen noch die notwendige Mehrheit von 2025 Delegierten für seine Nominierung erreichen, als wahrscheinlich gilt das aber nicht. Nach Zählung der AP kommt er derzeit auf 1875 Delegierte und Clinton auf 1712.
Den Ausschlag werden auf dem Parteitag im August vermutlich die rund 800 Super-Delegierten geben - Funktionäre, die nicht durch die Vorwahlen in ihrem Stimmverhalten festgelegt sind. Obama sicherte sich am Dienstag die Stimmen von drei weiteren Super-Delegierten, darunter des Bürgermeisters von New Orleans, Ray Nagin.
Es wird noch weitere fünf Vorwahlen geben: am 20. Mai in Kentucky und Oregon, am 1. Juni in Puerto Rico und schließlich am 3. Juni in Montana und South Dakota.
als/AP/AFP
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