Von Erich Follath
Behauptung: Die Chinesen sagen, sie hätten die Situation nach den Unruhen im März wieder "voll im Griff", die Lage sei ruhig, auch in den Klöstern. Die Tibeter sprechen von weiteren Verhaftungen und Verfolgungen.
Die Lage in Lhasa mag derzeit ruhig sein, von einem Ende der Auseinandersetzungen kann keine Rede sein. Gerade deshalb hat die KP-Führung ihre "Erziehungskampagnen" verstärkt. Mönche sollen sich schriftlich vom Dalai Lama lossagen, Schulkinder ihn denunzieren. In ersten Prozessen gegen "Aufrührer" wurden drakonische Strafen verhängt, auch lebenslängliche Haft. Viele Mönche und Nonnen sind in die Berge geflohen; immer wieder dringen neue Berichte über Demonstrationen durch. Sie dürften vor dem olympischen Fackellauf durch Tibet, geplant am 20. und 21. Juni und von vielen als Provokation gesehen, noch einmal zunehmen.
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