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17.05.2008
 

"Schiff der Schande"

Chinas Waffen für Mugabe sollen Simbabwe erreicht haben

Wochenlang irrte es durch den Ozean, durfte nirgendwo in Afrika anlegen - jetzt soll das chinesische Schiff "An Yue Jiang" seine heiße Fracht doch noch gelöscht haben. Die Panzerfäuste und Kalaschnikows sind laut Zeitungsberichten beim Potentaten Robert Mugabe eingetroffen.

Johannesburg - Robert Mugabes "Schiff der Schande" soll seine Ladung gelöscht haben - trotz internationaler Boykottaufrufe. Die südafrikanische Zeitung "The Weekender" berichtet, die Regierung des afrikanischen Krisenstaats habe den Erhalt der 77 Tonnen schweren Fracht bestätigt. Sie bestand aus drei Millionen Schuss Munition für Kalaschnikow-Sturmgewehre, 3000 Granaten sowie 1500 Panzerfäusten.

Schiff "An Yue Jiang": Umstrittene Fracht
AP

Schiff "An Yue Jiang": Umstrittene Fracht

Der Frachter "An Yue Jiang" fuhr zuvor wochenlang ziellos zwischen Indischem und Atlantischen Ozean umher. Ursprünglich sollte er seine Ladung in Südafrika löschen. Doch angesichts der Gewalt in Simbabwe nach der Wahl vom 29. März hatten mehrere Länder kritisiert, die Waffen könnten gegen die Bevölkerung eingesetzt werden. Der Vorsitzende des regionalen Staatenverbunds SADC, Sambias Präsident Levy Mwanawasa, rief die Mitgliedsländer - auch Angola - auf, nicht beim Transport zu helfen.

Offenbar haben sich nicht alle Staaten an diese Aufforderung gehalten: Nach einem Bericht der mosambikanischen Zeitung "Canal de Moçambique" hat ein Schiff der südafrikanischen Marine den Frachter auf Anordnung von Präsident Thabo Mbeki auf hoher See aufgetankt. Danach habe der Frachter im kongolesischen Pointe Noire seine Ladung gelöscht. Ein Sprecher von Präsident Mbeki tat die Vorwürfe über ein Auftanken des Frachters durch die Marine als Propaganda ab.

Die simbabwische Regierung dagegen behauptet, die Waffen seien in Angola gelöscht und dann per Flugzeug nach Harare geflogen worden. Ähnliches hatte auch die südafrikanische Zeitung "Mail & Guardian" berichtet.

Vor knapp einem Monat gab das Außenministerium in Peking bekannt, dass die Reederei China Ocean Shipping Company das Schiff nach China zurückbeordern wolle. Gleichzeitig verteidigte das Ministerium die Lieferung als "völlig normalen Handel mit Militärgütern".

ssu/dpa

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