Von Marc Pitzke, New York
Um sein Verständnis für die Leiden von Soldaten im Krieg zu illustrieren, griff Obama bei einer Rede zum Memorial Day auf seine eigene Familiengeschichte zurück - und griff voll daneben. Vor Veteranen in Las Cruces in New Mexico sprach er von seinem "Onkel", der "unter den ersten amerikanischen Soldaten war, die in Auschwitz eindrangen und das Konzentrationslager befreit haben".
Natürlich wurde Auschwitz aber nicht von den Amerikanern befreit, sondern von der Roten Armee, und Obamas einziger Onkel wurde lange nach dem Krieg geboren - in Kenia. In Wahrheit meinte Obama seinen Großonkel Charlie Payne, der mit der 89th Infantry Division 1945 das Zwangsarbeitslager Ohrdruf in Thüringen befreite, eine Außenstelle des KZ Buchenwald.
Die Republikaner verloren keine Zeit, den Patzer zur Staatsaffäre aufzublasen. "Obamas dubiose Behauptung", donnerte RNC-Sprecher Alex Conant, "widerspricht der Weltgeschichte und erfordert eine Erklärung." Obama korrigierte den Patzer.
"Es wird spät", resümierte die "Washington Post": "Die Kandidaten sind erschöpft und neigen zu dämlichen Fehlern."
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