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G-8-Klimakonferenz Umweltminister scheitern mit CO2-Auflagen

Verhandlungen in der Sackgasse: Die G-8-Umweltbeauftragten können sich nicht auf eine verbindliche Festlegung der CO2-Reduzierung bis 2020 einigen. Sie flüchten sich stattdessen in wolkige Versprechungen - bis 2050 soll der Ausstoß klimaschädlicher Emissionen nun halbiert werden.

Kobe - Es gibt neue Versprechen zur CO2-Reduzierung - dabei sind die alten noch gar nicht erfüllt: Die acht größten Industriestaaten wollen den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen bis 2050 halbieren. Dies sei der "politische Wille", erklärten die Umweltminister der G-8-Staaten am Montag auf einer Umweltkonferenz in Japan. Die Vereinbarung ist nicht bindend.

Umweltpolitiker Machnig: "Langfristige Ziele sind kein Ersatz für mittelfristige Vorgaben"
AFP

Umweltpolitiker Machnig: "Langfristige Ziele sind kein Ersatz für mittelfristige Vorgaben"

Die Zielvorgabe solle beim G-8- Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs vereinbart werden, sagte der japanische Umweltminister Ichiro Kamoshita nach Abschluss dreitägiger Beratungen der G-8-Umweltminister im japanischen Kobe.

Die neue Zielvorgabe klingt ehrgeizig - sie kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verhandlungen der G-8-Umweltbeauftragten in einem entscheidenden Punkt gescheitert sind: Die Politiker konnten sich nicht auf eine verbindliche Festlegung der Abgasreduzierung bis 2020 einigen.

Beobachter sahen in einer Festlegung für 2020 den wichtigeren Teil der Verhandlungen. "Mittelfristige Ziele führen zu Handlungen", sagte EU-Chefunterhändler Jos Delbeke. Die lange Frist sei hingegen immer die lange Frist - weit weg eben. Auch Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, kritisierte, die langfristigen Zielsetzungen seien kein Ersatz für mittelfristige Vorgaben.

Die EU hatte eine Reduzierung der Treibhausgase um 20 Prozent vorgeschlagen. Die USA und Japan lehnten diesen Vorschlag jedoch ab - sie wollten für die mittlere Frist keine genauen Werte festlegen.

Die USA argumentieren, ehe man sich festlege, müssten auch Schwellenländer wie China entsprechende Verpflichtungen akzeptieren. Die Regierung in Tokio hat sich für Senkungen in den Industrieländern binnen der kommenden ein oder zwei Jahrzehnte ausgesprochen, aber ebenfalls keine konkreten Aussagen bis zum Jahr 2020 gemacht.

Schwierige Verhandlungen für neues Kyoto-Protokoll

Das Treffen der Umweltminister in Kobe, an dem auch China und weitere Schwellenländer teilnahmen, diente der Vorbereitung des G-8-Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs im Juli, bei dem es um die weitere Bekämpfung des Klimawandels gehen soll.

Bis Dezember 2009 soll einen Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll ausgehandelt sein, dessen erste Phase 2012 ausläuft. Die Verhandlungen dürften schwierig werden: EU, USA und Schwellenländer wie China und Indien konnten bislang keinen gemeinsamen Nenner finden.

Japan hat derzeit den rotierenden Vorsitz der G-8-Gruppe inne. Zum Club der größten Industrienationen gehören außerdem Russland, die USA, Großbritannien, Italien, Frankreich, Kanada und Deutschland.

ssu/AP/dpa

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