Teheran - Der Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) klang alles andere als harmlos. Tests von hochexplosivem Sprengstoff, Tausende Zentrifugen zur Uran-Anreicherung und dubiose Studien - die IAEA zeigte sich in ihrem jüngsten Bericht äußerst besorgt über Irans Nuklearprogramm.
Doch Iran findet auch darin noch Gutes und wertet den Report als weiteren Erfolg. Der Bericht belege erneut, dass "die gesamten Nuklearaktivitäten des Iran friedlich" seien, sagte der iranische IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanie am Montag der Agentur Fars zufolge. Einmal mehr sei klar geworden, dass es keinerlei Beweise dafür gebe, dass das iranische Atomprogramm militärischen Zwecken diene. Die Anschuldigungen der US-Regierung gegen den Iran seien haltlos, erklärte Soltanie.
Der iranische Botschafter ging allerdings nicht direkt auf Passagen des Berichts ein, in denen die Rede ist von angeblichen Forschungsarbeiten des Irans an nuklearen Sprengköpfen, was den IAEA-Mitarbeitern große Sorgen bereitet. Die Atomenergiebehörde kritisierte zudem, dass der Iran die Weltgemeinschaft trotz Sanktionen nur unzureichend über sein umstrittenes Atomprogramm informiere. Zudem bemängelte die Uno-Behörde, dass ihren Experten der Zutritt zu bestimmten Nuklearanlagen verwehrt bleibe.
Laut IAEA betreibt Iran mittlerweile 3500 Zentrifugen zur Urananreicherung in seiner unterirdischen Anlage Natans. Damit hob die Uno-Behörde ihre Zahlen vom Jahresanfang leicht an. "Es sind stichhaltige Erklärungen (Irans) notwendig", hieß es in dem am Montag in Wien veröffentlichten Bericht. Das Atomprogramm biete weiterhin Anlass zu großer Sorge.
Der Westen wirft Iran vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Das Land, gegen das die Vereinten Nationen mehrmals Sanktionen verhängt haben, bestreitet die Vorwürfe.
ffr/Reuters
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