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Das Volcker-Komitee Auf der Suche nach jüdischem Vermögen

Zürich - Das Volcker-Komitee überprüfte im Auftrag der Schweizerischen Bankiervereinigung und jüdischer Organisationen den Umgang der Schweizer Banken mit so genannten nachrichtenlosen Vermögen aus der NS-Zeit. Der Ausschuss ist nach seinem Präsidenten, dem früheren Präsidenten der US-Notenbank Paul A. Volcker, benannt.

Nach einer monatelangen Kontroverse kamen die Bankiervereinigung und die drei jüdischen Organisationen World Jewish Restitution Organization, Jüdischer Weltkongress und Jewish Agency am 2. Mai 1996 überein, einen paritätisch zusammengesetzten Ausschuss von Persönlichkeiten einzusetzen. Es ging darum, Klarheit über den Umfang der nachrichtenlosen Vermögen zu schaffen, nachdem jüdische Schätzungen von sieben Milliarden Dollar gesprochen hatten, die Banken bei ihrer eigenen Suche aber nur Konten mit einigen Dutzend Millionen Franken gefunden hatten. Die Übereinkunft legte fest, dass externe Revisoren, die dem Bankgeheimnis unterstehen, uneingeschränkten Zugang zu allen Bankunterlagen erhalten.

Neben dem Präsidenten setzt sich das Komitee aus den von der Bankiervereinigung vorgeschlagenen Schweizern Klaus Jacobi, Curt Gasteyger und Peider Menigardi sowie aus den von den jüdischen Organisationen ernannten Mitgliedern Ruben Beraja, Avraham Burg und Ronald Lauder zusammen. Ersatzmitglieder sind Hans J. Bär und Rene Rhinow sowie und Zvi Barak und Israel Singer. Das Komitee bestimmte fünf internationale Revisionsgesellschaften und legte ein Mandat für die Kontrolle in den Banken fest. Alle 63 während des Zweiten Weltkriegs aktiv gewesenen Banken wurden von über 420 Revisoren einer genauen Überprüfung unterzogen. Die erhobenen Kundenbeziehungen wurden digitalisiert und mit Listen von Holocaust-Opfern abgeglichen.

In Absprache mit der Bankiervereinigung und mit Unterstützung der Eidgenössischen Bankenkommission wurde ein Prozedere für die Beurteilung von Ansprüchen auf nachrichtenlose Vermögen festgelegt. 1997 wurden in zwei Schritten die Namen von rund 16.000 Kontoinhabern - darunter 5559 ausländische Kontoinhaber mit Guthaben von 66,3 Millionen Franken - veröffentlicht und ein kostenloses Verfahren für die Geltendmachung von Ansprüchen eingerichtet. Ein von einem dreiköpfigen Ausschuss überwachtes, internationales Schiedsgericht ist daran, die rund 9500 Ansprüche zu erledigen. In einem so genannten Fast-Track-Verfahren wurden schon mehrere Millionen Franken ausbezahlt.

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