Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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09.06.2008
 

Jahresbericht

Weltweite Rüstungsausgaben steigen auf 1,34 Billionen Dollar

Kein Staat der Welt gibt so viel Geld für die Rüstung aus wie die USA: Im vergangenen Jahr lag der Etat bei 547 Milliarden Dollar - so hoch wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht. Deutschland zahlt im Vergleich zwar nur einen Bruchteil, mischt aber beim Rüstungsexport kräftig mit.

Stockholm - Die weltweiten Rüstungsausgaben sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Gleichzeitig sind aber auch die Hoffnungen auf eine wirksame Rüstungskontrolle gewachsen, wie aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des Stockholmer Instituts zur internationalen Friedensforschung (Sipri) hervorgeht. Demnach hängt die weitere Entwicklung maßgeblich von der künftigen Politik der Vereinigten Staaten ab.

US-Bomber beim Übungsflug: Milliarden für den "Krieg gegen den Terror"
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Getty Images

US-Bomber beim Übungsflug: Milliarden für den "Krieg gegen den Terror"

Es gebe einen zunehmenden Konsens, dass ernsthafte und wirksame Abrüstungsschritte notwendig seien, erklärte Sipri-Direktor Bates Gill. Deshalb lägen solche Maßnahmen im Interesse von Regierungen ebenso wie der Öffentlichkeit. Besonders wichtig sei dabei eine weitere Abrüstung auf Seiten der beiden größten Atommächte USA und Russland.

Dem Bericht zufolge stiegen die Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr weltweit um rund sechs Prozent auf 1,34 Billionen Dollar (umgerechnet 860 Milliarden Euro). Die USA wendeten demnach 547 Milliarden Dollar (351 Milliarden Euro) für Rüstungsprojekte auf - 3,4 Prozent mehr als 2006 und mehr als in jedem anderen Jahr seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Seit 2001, dem Jahr der Terroranschläge in New York und Washington, sind sie in den Vereinigten Staaten um 59 Prozent gestiegen. Grund seien die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie der im eigenen Land ausgerufene "Krieg gegen den Terror", hieß es im Sipri-Rüstungsjahrbuch.

Wer am meisten für Rüstung ausgibt
Land Ausgaben in Milliarden Dollar Weltanteil in Prozent
USA 547,0 45
Großbritannien 59,7 5
China 58,3 5
Frankreich 53,6 4
Japan 43,6 4
Deutschland 36,9 3
Russland 35,4 3
Saudiarabien 33,8 3
Italien 33,1 3
Indien 24,2 2
Südkorea 22,6 2
Brasilien 15,3 1
Kanada 15,2 1
Australien 15,1 1
Spanien 14,6 1

An zweiter Stelle bei den weltweiten Rüstungsausgaben 2007 steht Großbritannien mit 59,7 Milliarden Dollar (38,28 Milliarden Euro) - dicht gefolgt China, das 58,3 Milliarden Dollar (37,4 Milliarden Euro) aufwendete und damit Frankreich vom bisherigen dritten Platz verdrängte. Regional betrachtet stiegen die Ausgaben am stärksten in Osteuropa. Der Löwenanteil fällt hier auf Russland, das mit insgesamt 35,4 Milliarden Dollar (22,7 Milliarden Euro) aber deutlich hinter den Spitzenplätzen zurückblieb.

Deutschland liegt in der Tabelle der Länder mit den höchsten Militärausgaben auf dem sechsten Platz und hat nach Sipri-Berechnungen mit 36,9 Milliarden Dollar (23,7 Milliarden Euro) einen Anteil von drei Prozent an den weltweiten Ausgaben.

Zahl der Kriege blieb unverändert - es waren 14

Beim internationalen Waffenhandel ermittelte das Institut einen Anstieg um sieben Prozent für die Zeit von 2003 bis 2007 gegenüber der Zeit von 2002 bis 2006. Deutschland war während dieser Spanne der drittgrößte Rüstungsexporteur der Welt mit einem Marktanteil von zehn Prozent. Die USA lagen mit 31 Prozent vorn, gefolgt von Russland mit 25 Prozent.

Kritisch kommentiert Sipri den Austritt Moskaus aus dem Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE). Hiervon gehe eine sehr große Gefahr aus, hieß es. Mit Blick auf die Atommächte der Welt berichtet das Institut über ein Gesamtarsenal von gut 25.000 nuklearen Sprengköpfen, von denen mehr als 10.000 sofort auf Raketen oder Flugzeugen eingesetzt werden könnten. Davon entfielen im Januar 2008 insgesamt 5189 auf Russland und 4075 auf die USA. Beide Länder arbeiteten zugleich an einer Modernisierung ihres Rüstungsarsenals.

Mit 14 blieb die Zahl der Kriege im letzten Jahr gegenüber 2006 unverändert. Während etwa in Burundi und Uganda zwei bewaffnete Konflikte beendet werden konnten, kamen zwei neue auf den Philippinen und in Somalia hinzu. Die Stockholmer Friedensforscher zählen in dieser Statistik auch nach wie vor den von Präsident George W. Bush ausgerufenen "Krieg gegen den Terrorismus" auf - mit den USA als Ort des Geschehens. Generell sei die Definition und Eingrenzung von Kriegen durch die "fragmentierte Anwendung militärischer Gewalt und die Zersplitterung beteiligter Akteure" kompliziert geworden, meint Sipri.

ffr/AP/dpa

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