Seoul - Südkoreas Regierung hat am Dienstag geschlossen seinen Rücktritt angeboten. Damit reagierte sie auf massive Proteste in der Bevölkerung gegen die Wiederaufnahme von Rindfleischimporten aus den USA, wie die Agentur Yonhap berichtet.
Südkoreas Regierung: Rücktrittsangebot wegen Fleischimporten
Kritiker erklärten, die Regierung in Seoul setze sich zu wenig für den Schutz ihrer Bürger ein. Für Dienstag werden weitere landesweite Proteste von mindestens einer Million Menschen erwartet. Die südkoreanische und die amerikanische Regierung erklärten, das Fleisch sei sicher und verwiesen auf die Weltorganisation für Tiergesundheit.
Nach dem Rücktrittsangebot der gesamten Regierung wird erwartet, dass der Präsident einige der Amtsabtretungen annimmt. Wie aus dem Büro des Präsidenten verlautete, soll unter anderem der Rücktritt des südkoreanischen Außenministers und seines Kollegen aus dem Landwirtschaftsressort angenommen werden.
Gleichzeitig steuert die südkoreanische Wirtschaft nach den Worten von Präsident Bak auf die schwierigste Phase seit einem Jahrzehnt zu. "Wir sehen einer Ressourcenkrise entgegen, die in ihrer Dimension der Ölkrise der 1970er Jahre und der Finanzkrise der 1990er Jahre gleichkommt", sagte Lee am Dienstag.
Binnen eines Jahres hätten sich die Ölpreise verdoppelt, auch die Preise für Getreide und Rohstoffe seien drastisch gestiegen. Südkorea ist besonders anfällig für Preissteigerungen, da es nahezu seinen gesamten Bedarf an Energie, Nahrungsmitteln und Rohstoffen importiert.
Die Verbraucherpreise in der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens sind im Mai mit 4,9 Prozent auf ein Sieben-Jahreshoch gestiegen. Aus Protest gegen die hohen Ölpreise wollen die Mitglieder der Transportarbeitergewerkschaft streiken. Lee, der erst im Dezember mit einem Erdrutschsieg ins Amt gelangt war, hat seither in Umfragen deutlich an Popularität verloren.
fat/Reuters/AP/dpa
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