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11.06.2008
 

Iran-Konflikt

Bush und Merkel setzen auf Diplomatie

Sie haben unterschiedliche Ansätze - setzen aber beide auf eine diplomatische Lösung: US-Präsident Bush und Kanzlerin Merkel haben nach ihrem Treffen auf Schloss Meseberg Einigkeit beim Konflikt mit Iran demonstriert. Weitere Sanktionen schlossen sie nicht aus.

Hamburg/Meseberg - Im Streit über das iranische Atomprogramm haben sich US-Präsident George W. Bush und Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine diplomatische Lösung eingesetzt. Nach ihren Gesprächen auf Schloss Meseberg am Mittwoch sagte Bush: "Wir ziehen eine diplomatische Lösung vor." Beide drohten allerdings auch mit weiteren Sanktionen, falls die Regierung in Teheran ihr Programm zur Anreicherung atomwaffenfähigen Urans nicht einstellen.

Präsident Bush, Kanzlerin Merkel in Meseberg: Nicht nur einig im Iran-Kurs
REUTERS

Präsident Bush, Kanzlerin Merkel in Meseberg: Nicht nur einig im Iran-Kurs

Man müsse "der Diplomatie eine Chance geben", betonte Merkel. Das setzte allerdings voraus, dass die Weltgemeinschaft gemeinsam agiere. "Man kann nicht ausschließen, dass es zu einer weiteren Runde von Sanktionen kommen könnte", über die im Uno-Sicherheitsrat verhandelt werden müsse. Sie rief dazu auf, zunächst die jüngste Runde von Sanktionen durch- und umzusetzen, bevor man weitergehe.

Merkel drang auf eine Einbindung Russlands und Chinas in das Sanktionsregime. Die EU könne dann immer noch entscheiden, ob sie etwa im Bankenbereich zusätzliche Maßnahmen gegen Iran verhänge. "Das darf aber nicht dazu führen, dass man auf der großen Bühne des Uno-Sicherheitsrates nachlässt", sagte sie.

Bush betonte: "Wir wollen eine friedliche Lösung." An die Adresse Irans gerichtet, fügte er hinzu: "Alle Optionen liegen auf dem Tisch." Die Weltgemeinschaft ziehe es vor, "das Problem durch enge Zusammenarbeit zu lösen". Wenn Iran sein Anreicherungsprogramm aussetze, "wird die Isolation ein Ende haben". Das iranische Volk habe etwas besseres verdient, als von der Welt isoliert zu werden.

flo/AP

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